10 Jahre Haft für Balkon-Kind-Eltern

Das Berufungsgericht hat ein Brüsseler Paar wegen Kindesmisshandlung zu zehn Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Mutter und der Stiefvater hatten am zweiten Weihnachtstag 2016 einen sechsjährigen Jungen bei eisigen Temperaturen zur Strafe auf einem Balkon (Foto) ausgesperrt, weil er in der Küche Essen gesucht hatte.

Der Junge verbrachte fünfzehn Stunden nur mit einem Pyjama bekleidet in eisiger Kälte, bis er das Bewusstsein verlor. Er erlitt dabei schwere Unterkühlungen und schwebte lange in Lebensgefahr. Dem Notarzt erklärte das Paar, der Junge sei gefallen. Auch seine Zwillingsschwester wies Spuren von Unterernährung und Misshandlungen auf.

Das Gericht verurteilte den Mann und die Frau wegen Folter, unmenschlicher Behandlung und Nahrungsentzug von Minderjährigen. Beide sollen ihre Kinder regelmäßig mit kalten Duschen und Essensentzug bestraft haben.

In erster Instanz war die Mutter und der Stiefvater noch zu fünf und sechs Jahren Haft verurteilt worden, die Hälfte davon auf Bewährung. Im Berufungsverfahren hatte die Staatsanwaltschaft 15 Jahre Haft für beide gefordert. Der Richter urteilte auch strenger als in der ersten Instanz. Das Paar muss jetzt zehn Jahre ins Gefängnis und das ohne Bewährung. Für die Kinder ist das Jugendamt zuständig.