Ryanair sprach mit belgischen Piloten

Die irische Fluggesellschaft Ryanair will vorerst keine belgische Gewerkschaft als Verhandlungspartner anerkennen. Gleichzeitig bietet Ryanair belgischen Piloten 14 % mehr Gehalt an. Das ist das Ergebnis eines zweistündige Treffens mit dem Ryanair-Managment am Freitagmittag.

An dem Treffen in einem Hotel am Brüsseler Flughafen nahmen die christliche Angestelltengewerkschaft, vier Ryanair-Piloten und ein Jurist der Pilotengewerkschaft BeCA (Belgian Cockpit Association) teil.

Wie ein Gewerkschaftssprecher erklärt, befürchte Ryanair, dass es Mitarbeiter unter belgischem Recht beschäftigen müsse, wenn es belgische Gewerkschaften anerkenne. Dass Ryanair den Piloten nun mehr Geld bietet, zeige, dass die Fluggesellschaft befürchtet, dass noch mehr Piloten sonst kündigen, glaubt die Gewerkschaft. Sie hält die angebotenen Gehaltserhöhung für nicht ausreichend. In Großbritannien einigte sich Ryanair mit den Piloten am Donnerstag auf eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent.

Das Treffen bildete den Auftakt für einen Dialog über die Arbeitsbedingungen des Ryanair-Personals in Belgien. Ende Februar soll es ein weiteres Treffen mit der Ryanair-Geschäftsführung geben. Dieser versprach, in den kommenden Monaten auch Verhandlungen mit dem Kabinenpersonal zu beginnen.

Streik?

Seit der Gründung von Ryanair im Jahr 1985, hatte es die Geschäftsführung immer abgelehnt, Pilotengewerkschaften überhaupt anzuerkennen. Aber um Protestaktionen und einen Pilotenstreik zu vermeiden, hat sie erste Zugeständnisse gemacht.

Letzten Herbst hatte Ryanair europaweit 20.000 Flüge streichen müssen, weil es zu wenig Piloten gab. Im Dezember hatte es in Deutschland den ersten Pilotenstreik bei Ryanair gegeben.