Hat Wölfin Naya zwei Schafe gerissen?

In einem landwirtschaftlichen Anwesen in Meerhout in der Provinz Antwerpen sind zwei Schafe gerissen worden und ein weiteres wurde verletzt. Alles sieht danach aus, dass der aus Deutschland herübergewanderte Wolf hier der Übeltäter war. DNA-Proben sollen näheren Aufschluss bieten, doch Wolfsspuren weisen auf die Präsenz von Naya hin.

Falls tatsächlich die Wölfin Naya in Meerhout auf Nahrungssuche eine Schafsherde angegriffen hat, wäre dies eine Premiere für das belgische Bundesland Flandern. Da Wölfe auch hier unter Naturschutz stehen, vergütet der Staat den entstandenen Schaden.

Der Angriff auf die Herde fand bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag statt. Der betroffene Landwirt hatte den Meldepunkt für Wölfe alarmiert und der Naturverein, der diesen Meldepunkt betreibt, schickte ein Mitglied zum Ort des Geschehens, der wiederum die zuständigen Behörden von dem Vorfall unterrichtete.

Wölfin Naya ist seit rund 3 Wochen bei uns in Flandern. Sie kommt aus Richtung Deutschland und kann durch einen GPS-Sender verfolgt werden. Allerdings gehen die Signale mit Verspätung ein.

Wissenschaftler werden derzeit die an den gerissenen Schafen entdeckten DNA-Spuren aus, um den Vorfall tatsächlich Naya zuschreiben zu können. Das ist auch für die Entschädigung des betroffenen Landwirts wichtig. Der Schafhirte wird von der flämischen Landesagentur für Natur und Wald entschädigt, die dazu allerdings ein sicheres Dossier braucht.

Diese Agentur ließ in einer Mitteilung wissen, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Angriff eines Wolfes handelt. Darauf weisen die Bisse in den Hals der Schafe ebenso hin, wie die „fast chirurgische Präzision“, mit der der Angreifer von den getöteten Schafen gefressen habe.

Ein Wolfsangriff auf Vieh wäre in Flandern eine Premiere. Die Behörden geben an, dass dies mit Sicherheit eine absolute Seltenheit bleibe - ein Wolf ernähre sich in erster Linie von Wildtieren, doch in Zeiten, in denen nachweislich ein Wolf in bestimmten Regionen unterwegs sei, sei es nicht schlecht, Vieh zu schützen.