Bourgeois: "Noch kein Trump- oder Brexit-Effekt"

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA - Foto) reiste am Dienstag mit einem „sehr guten Gefühl“ zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wie er am frühen Morgen gegenüber VRT NWS sagte. Dort kann er mit ausgezeichneten Zahlen zu den Investitionen ausländischer Unternehmen in seinem belgischen Bundesland aufwarten. Und doch bleibt er skeptisch gegenüber eventuellen protektionistischen Plänen der Trump-Administration in Washington gegenüber den möglichen Folgen des Brexit. Derzeit aber scheint er zufrieden zu sein.

Im vergangenen Jahr haben ausländische Unternehmen in Flandern rund 2 Mia. € in insgesamt 215 Projekten investiert, die Landeschef Bourgeois süffisant vor seinem Abflug in Richtung Davos mitteilte: „Rekordzahlen. Und vor allem: Zum ersten Mal beobachten wir einen enormen Anstieg in Sachen Beschäftigung. Über diese ausländischen Investitionen wurden 5.377 Jobs geschaffen. Das sind mehr Arbeitsplätze, als bei Ford in Genk verloren gegangen sind.“

Diese neuen Arbeitsplätze entstanden in allen möglichen Sektoren, so Bourgeois und besonders in den Bereichen Forschung und Entwicklung: „Das freut mich besonders. Ich arbeite hart an der Wissenswirtschaft. Wir sehen, dass wir als Investitionsland auch attraktiv dank unserer renommierten Forschungseinrichtungen sind und wegen der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen.“

Inzwischen, so der flämische Nationaldemokrat, zeigte sich auch immer mehr eine echte Verankerung mit der Region in dieser Hinsicht: „Ich sehe, dass große Unternehmen hier in Flandern bleiben und dass flämische Betriebe ihre Aktivitäten aus Asien wieder hierherbringen, weil sie feststellen, dass hier so phantastische Möglichkeiten qua Forschung und Entwicklung vorzufinden sind.“

Trump und Brexit

Etwa 20 % dieser ausländischen Investitionen in Flandern kommen aus den USA. Dies ist ein Punkt, dem Landeschef Bourgeois viel Aufmerksamkeit widmet, denn während China letztes Jahr in Davos für mehr freien Handel warb, machte der neue US-Präsident Donald Trump dort das Gegenteil. Er drohte mit protektionistischen Maßnahmen: „Ich bin gespannt darauf, welche Folgen seine Politik haben wird. Er zieht einige große Multinationals mit Steuervorteilen zurück ins Land. Wir beobachten aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Effekte davon.“

Auch in Sachen Brexit und bei Investitionen durch britische Unternehmen beobachtet die flämische Landesregierung derzeit noch keine negativen Auswirkungen, doch „das bedeutet nicht, dass wir uns mit dem Brexit nicht intensiv beschäftigen. Derzeit spricht Flanders Investment & Trade mit dutzenden Betrieben, die in Erwägung ziehen, hierher zu kommen. Diese Aufgabe der flämischen Landeagentur für internationale Wirtschaft wird Ministerpräsident Geert Bourgeois denn auch in Davos groß aufwarten, wie er dazu weiter zu erkennen gab.