Sinkende Terrorwarnstufe gut für den Tourismus

Der Nationale Sicherheitsrat und das Koordinationszentrum für Bedrohungsanalyse (OCAD) haben am Montag beschlossen, die Terrorwarnstufe außer in bestimmten sensiblen Bereichen von jetzt noch 3 (ernst) auf bald 2 (mäßig) zu senken. Dies kommt auch dem Fremdenverkehr in Flandern zugute, wie ein Sprecher der Landestourismusbehörde dazu erklärte.

„Es spricht für sich, dass das eine gute Nachricht für den Tourismus ist. Wir arbeiten mit ausländischen Märkten. Das ist unser Kerngeschäft. In Zeiten der Anschläge haben wir festgestellt, dass der Terror in einigen Länder, wie z.B. die USA, Japan und Australien, für Zurückhaltung sorgte.“

„Sie beobachteten dies mit dem Fernglas und Touristen reagieren auf Terror oder Terrordrohung sehr sensibel.“, so Stef Gits vom Tourismusverband Flandern.

Gäste aus den umliegenden Ländern, wie Deutschland, Frankreich, den Niederlanden oder England kamen laut Gits recht schnell wieder nach Flandern zurück - schon nach etwa drei Monaten. Im Rest der Welt habe dies deutlich länger gedauert.

Die vorläufigen Statistiken für 2017 geben Hoffnung. Die ersten neun Monate des vergangenen Jahres waren um 8 % besser als der gleiche Zeitraum 2016 und lagen lediglich um 2 % unter denen des touristischen Spitzenjahres 2015.

Beispiel Gent

Die Bereiche Kultur und Tourismus in Gent melden für 2017 z.B. sehr gute Zahlen und teilen mit, ein Spitzenjahr hinter sich zu haben. Insgesamt konnten die Museen und Sehenswürdigkeiten der Stadt letztes Jahr rund 2,6 Mio. Besucher registrieren. Das ist ein neuer Rekord in einer seit sechs Jahren andauernden Steigerung dieser Zahlen. Nur 2016 nach den Anschlägen und kurz nach der Einführung der Terrorwarnstufe 3 für das ganze Land gab es einen leichten Rückgang zu verzeichnen.

Die großen Publikumslieblinge sind und bleiben in Gent die mittelalterliche Festung Grafenburg (Gravensteen), das „Lamm Gottes“ und die Nikolauskirche. Auch die Museen verzeichneten steigende Besucherzahlen, die aber auch von den Sonderausstellungen abhängen. Einen Rekord mit 106.043 Besuchern verzeichnete die Ausstellung „Hello Robot“ 2017 im Design Museum Gent.