F-35-Hersteller buhlt um belgische Unternehmen

Lockheed Martin, der US-Rüstungskonzern, der die Kampfflugzeuge vom Typ F-35 (Foto) produziert, hat sich im Vorfeld der Entscheidung der belgischen Bundesregierung zur Nachfolge der veralteten F-16-Maschinen schon mit hiesigen Unternehmen geeinigt, um die neuen Flugzeuge zu warten, bzw. um den Maschinen logistische Dienstleistungen zukommen zu lassen.

Die beiden belgischen Luftfahrtunternehmen Sabena Aerospace und Ignition! haben mit F-35-Hersteller Lockheed Martin ein prinzipielles Abkommen unterzeichnet, nach dem sie bei einem Ankauf dieser Maschinen als Nachfolger der F-16er durch die belgische Regierung in Sachen Logistik und Unterhalt Verantwortung übernehmen werden.

Der Beschluss, welche Maschine die belgische Luftwaffe zur Erneuerung der Kampfflieger-Flotte beschaffen wird, fällt schon sehr bald. Bis zum 14. Februar müssen alle Bewerber für diesen 3,6 Milliarden-Auftrag ihr „best and final offer“ abgeben. Das Prinzip, „return on investment“ für die belgische Industrie, bestimmt die Wahl des Kampfflugzeug-Lieferanten ausdrücklich mit, denn der Deal soll Anschlussaufträge, neue Jobs und vieles mehr bringen.

Sabena Aerospace und Ignition! haben hier vorgelegt, denn sie gehören zu den privatwirtschaftlichen Unternehmen, die entsprechende Aufträge von Luftwaffe und Verteidigung erhalten. Aus diesem Grund unterzeichneten die Firmen jetzt ein Memorandum mit Lockheed Martin. Im Falle einer Bestellung von 34 F-35 als Nachfolger für die F-16 werden sie Aufträge zur Logistik, zum Unterhalt, zum Flottenmanagement und zur Ausbildung von Piloten und Technikern erhalten.

Im Rennen um diesen Auftrag haben auch der französische Hersteller Dassault („Rafale“) und das spanisch-britisch-deutsch-italienische Konsortium um den Eurofighter-Produzenten Airbus ihre Lobby-Maschinen angeworfen. Auch diese Unternehmen bieten der hiesigen Wirtschaft Anschlussaufträge.