Menschenschmuggler nutzten "Safehouse"

Bei einer großangelegten Aktion gegen Menschenschmuggler entlang der Autobahn E 17 in der Provinz Ostflandern konnte die Polizei auch ein sogenanntes „Safehouse“ ausheben, ein Haus, in dem Flüchtlinge auf dem Weg nach Großbritannien auf Möglichkeiten warteten, um einen LKW zu entern. Bei der Aktion wurden sowohl Menschenschmuggler, als auch Flüchtlinge ohne gültige Papiere festgenommen.

In der jüngeren Vergangenheit war es mehrmals zu Problemen zwischen größeren Gruppen sogenannter Transmigranten entlang der Autobahnen in Richtung Seehäfen in Flandern oder Nordfrankreich gekommen. Noch im vergangenen Sommer hatten solche Flüchtlinge LKW-Fahrer an einem Rastplatz an der E 17 in Gentbrügge angegriffen. Damals begannen Polizei und Justiz mit Ermittlungen, denn die Flüchtlinge und die Menschenschmuggler, die damals verhaftet werden konnten, schienen gut vorbereitet zu sein.

Jetzt hob die Polizei in diesem Zusammenhang ein sogenanntes „Safehouse“ aus, in dem Flüchtlinge vor dem Versuch, irgendwie die britischen Inseln zu erreichen, in Wartestellung verharrten. Das Gebäude, in dem sie sich aufhielten, ist eine vor einiger Zeit abgebrannte Villa, die für unbewohnbar erklärt wurde. Das Haus steht unweit eines Rastplatzes an der E 17.

Die Menschenschmuggler schleusten ihre „Schützlinge“ auf die Ladeflächen von dort in der Nacht parkenden LKW ohne das Wissen der jeweiligen Fahrer. Bis zu 30 Personen sollen so pro Nacht auf die britischen Inseln gelangt sein, nicht aber ohne Gefahr. Nach Angaben der Polizei seien alle Transporte gut für diese menschliche Fracht gewesen, sogar Kühltransporte oder auch leere Tankwagen. An Bord waren vor allem Afrikaner aus Eritrea oder aus dem Sudan, darunter Männer, Frauen und auch Kinder.

Foto Kurt bvba

Kein Einzelfall

In der vergangenen Woche stürmten Polizisten die von den Menschenschmugglern genutzte abgebrannte Villa und rund 70 weitere Beamte kontrollierte weiträumig den nahegelegenen LKW-Rastplatz. Dabei wurden fünf Mitglieder der Menschenschmugglerbande festgenommen und auch rund 20 Flüchtlinge.

Ostflandern ist nach Angaben der Polizei sehr häufig mit dieser Problematik konfrontiert. Auf dem Gebiet der Provinz liegen an den Autobahnen E 17 und E 40 insgesamt sieben LKW-Park- und Rastplätze und immer wieder greifen die Behörden verlorene Flüchtlinge dort auf und immer wieder klagen die Trucker, dass sie Probleme mit diesen sich illegal in Belgien aufhaltenden Menschen haben.