Belgien liefert Frankreich möglichen Terrorhelfer aus

Die belgische Justiz überstellte schon am Freitag einen mutmaßlichen Komplizen der Attentäter von Paris an Frankreich. Mohammed Bakkali (30) sei den französischen Justizbehörden aufgrund eines europäischen Haftbefehls übergeben worden, teilte die Bundestaatsanwaltschaft in Brüssel dazu mit. Frankreich will Bakkali in zwei Terrordossiers vor Gericht stellen.

Wie aus französischen Justizkreisen verlautete, wird Mohammed Bakkali in den Ermittlungen zu den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Beihilfe zum mehrfachen Mord verdächtigt. Im November 2015 hatten drei islamistische Terrorkommandos bei koordinierten Anschlägen in der Pariser Innenstadt, am Stade de France und im Vorort Saint-Denis insgesamt 130 Menschen ermordet.

Die französische Justiz leitete zwei Ermittlungsverfahren gegen Bakkali ein. Neben einer möglichen Rolle bei den Pariser Anschlägen wird gegen ihn auch in Zusammenhang mit einem durch US-Soldaten in Zivil vereitelten Anschlag auf einen Thalys-Hochgeschwindigkeitszug zwischen Brüssel und Paris am 21. August 2015 ermittelt. Auch hier wird Bakkali verdächtigt, Hilfestellung geleistet zu haben. Auch hier lautet einer der Vorwürfe auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Die zweite Anklage betrifft Beihilfe zu Mordversuchen.

Mohammed Bakkali ist heute 30 Jahre alt. Er wurde am 26. November 2015, also nur kurz nach den Anschlägen in Paris, verhaftet. Er hatte unter anderem einen BMW gemietet, der mehrmals vor zwei „Safehouses“ bemerkt wurde, wo sich mutmaßliche Terroristen vor und nach Anschlägen versteckt haben sollen. Zudem hatte er unter falschem Namen eine Wohnung gemietet, in der Ermittler Sprengstoff und DNA-Spuren von Salah Abdeslam fanden. Mohammed Bakkali weist jede Schuld von sich und will mit den Vorwürfen gegen ihn nichts zu tun haben.