Stadtfest und Festival: "Antwerpen Barok 2018"

"Antwerpen Barok 2018" lautet der Titel eines Festivals, dass die Scheldemetropole ab dem 1. Juni in seinen Bann ziehen wird. Dieses Stadtfest setzt den historischen Barock aus der Zeit von Pieter Paul Rubens gegen den zeitgenössischen Barock und wird für eine einzigartige Spannung auf künstlerischer aber auch auf gesellschaftlicher Ebene sorgen.

Barock steht für eine gewisse Opulenz, für eine extravagante Zeit und Gesellschaftsform. Antwerpen zehrt als Heimatstadt von Pieter Paul Rubens von seinem Barock und will dies mit dem Stadtfest „Antwerpen Barok 2018“ unterstreichen. Gleich mehrere Ausstellungen sollen diesen Stil und seine Wirkung ebenso unter Beweis stellen, wie auch Musik, Tanz und Theater.

Kernpunkt wird die Ausstellung „Michaelina“ im MAS (Foto unten), im Museum am Strom. Michaelina? Für die erste Übersichtsausstellung des Oeuvres von Michaelina Wautier (1614-1689) reichen sich zwei städtische Museen Antwerpens die Hand: das Rubenshaus und das MAS. Die Ausstellung zeigt in einer Weltpremiere das außerordentliche Talent einer Künstlerin, die in einer Zeit aufwuchs, in der weibliche Künstler sehr selten waren. Ihr Werk ist so vielseitig und einzigartig, dass es alle kunsthistorischen Phantasien übertrifft. Vom 1. Juni bis zum 2. September 2018 ist das Rubenshaus im MAS mit dieser „Leading Lady des Barock“ zu Gast.

(Lesen sie bitte unter dem MAS-Foto weiter)

Im M HKA (Museum für Schöne Künste) sorgt der flämische Künstler Luc Tuymans mit der Ausstellung Sanguine/Bloedrood für Furore. Tuymans stellt hier als Kurator die Werke von alten Meistern dem Schaffen von zeitgenössischen Künstlern gegenüber und sorgt so für ein Spannungsfeld, das seinesgleichen sucht. Er konfrontiert dabei Rubens, Goya oder Georges de la Tour mit Edward Kienholz, On Kawara und Takashi Murakami (1. Juni bis 16. September).

Der ebenfalls flämische Künstler Jan Fabre hingegen stellt seine eigenen Werke in den Mittelpunkt einer Ausstellung in der ehemaligen und heute entweihten Sint-Augustinuskirche. Er ersetzt alte Altarstücke von Rubens, Jordaens und Van Eyck durch eigene barocke Werke. In diesem Rahmen wird auch ein Festival für alte Musik veranstaltet, was wiederum einen besonderen Spannungsbogen spannen wird (ab dem 3. Juli).
 

Der Food-Fotograf Tony Le Duc bespeit mit seinen Bildern gleich zwei historische Museen in der historischen Innenstadt von Antwerpen und zwar das Rockoxhuis (Foto oben) und das Snijdershuis. Er setzt seine eigenen Arbeiten gegen die üppigen Werke von Frans Snijders, dessen Bankette stets überladen mit Wild und anderen lukullischen Genüssen sind. (28. September 2018 bis 13. Januar 2019). Was Le Duc mit „Speis‘ und Trank“ veranstaltet, mach der niederländische Fotograf Paul Kooijker mit den „barocken Nackten“ auf den Werken von Rembrandt und Rubens im FOMU (Fotomuseum Antwerpen. Er lässt üppige Körper vor seiner Linse agieren (29. Juni bis 7. Oktober).

Nicht zuletzt darf auch der Skulpturenpark im Middelheimmuseum bei einem solch extravaganten Vorhaben in Antwerpen nicht fehlen. Unter dem Titel „Experience Traps“ sind dort Interviews zu sehen und zu hören, die es dem Betrachter ermöglichen, über modernste Kommunikationstechnik zu reagieren (1. Juni bis 23. September).

Dies alles sind nur einige Programmpunkte im reichhaltigen Angebot von „Antwerpen Barok 2018“. Alles weitere bieten die Webseiten www.antwerpenbarok2018.be und www.antwerpen.be.