Sanofi übernimmt Ablynx für 3,9 Milliarden

Milliardendeal: Der französische Pharmakonzern kauft das Biotech-Unternehmen Ablynx aus dem flämischen Gent und sticht damit den dänischen Interessenten Novo Nordisk aus. Wie Sanofi am Montag mitteilte, legt der Konzern für den Antikörperspezialisten 45 Euro je Aktie und damit rund 3,9 Milliarden Euro auf den Tisch.

Der dänische Insulinhersteller Novo Nordisk hatte Ablynx ebenfalls Avancen gemacht, war aber mit einem deutlich niedrigeren Angebot von 2,6 Milliarden Euro beim Management Anfang des Jahres auf taube Ohren gestoßen. Der weltweit größte Insulinhersteller bot 30,5 Euro pro Aktie.

Sanofi zahlt nun rund 50 Prozent mehr als Novo geboten hatte. Der Deal wurde von den Aufsichtsgremien beider Konzern abgesegnet. Das Angebot liegt 21 Prozent über dem Schlusskurs der Ablynx-Aktie am vergangenen Freitag.

Nanobodies

Mit Ablynx erwirbt Sanofi ein Unternehmen, das unter anderem an Medikamenten gegen seltene Erkrankungen des Blutsystems arbeitet. Hauptentwicklungsprodukt ist ein Wirkstoff gegen die so genannte thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), eine relativ seltene Erkrankung, bei der die roten Blutzellen geschädigt werden. Dieses Produkt befindet sich im europäischen Zulassungsverfahren und soll bald auch in den USA eingereicht werden.

Ablynx verfügt neben den eigenen Produktkandidaten auch über eine Technologieplattform in Gestalt von so genannten Nanobodies. Dabei handelt es sich um eine spezielle Molekülklasse, die ähnlich wie Antikörper über sehr spezifische Bindungseigenschaften verfügen und daher interessant sind als potenzielle Pharmawirkstoffe. Bereits im vergangenen Juli vereinbarte Sanofi eine umfangreiche Forschungspartnerschaft mit dem flämischen Unternehmen, die Zahlungen von bis zu 2,4 Milliarden Euro vorgesehen hatte.