Migrant auf Flucht vor Polizei überfahren

Auf der E40 bei Jabbeke ist am späten Montagabend ein Transitmigrant überfahren worden. Er war auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Innenminiter Jan Jambon (N-VA) bedauerte den Vorfall, betonte jedoch auch: "Die Polizei hat nur ihre Arbeit gemacht. Wir werden die Vorgehensweise nicht ändern."

Der Unfall ereignete sich auf der E40 in Richtung Ostende auf der Höhe von Jabbeke. Mehrere Personen waren auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle. Dabei wurde ein Transitmigrant von einem Auto erfasst und starb an seinen Verletzungen. Das Opfer wollte offenbar weiter nach Großbritannien und hielt sich illegal in Belgien auf.

Die Polizeirazzia, vor der die Migranten wegliefen, war eine seit langem geplante Aktion der föderalen und der örtlichen Polizei zur Bekämpfung von Schleppern und Menschenhandel. "Leider ist eine Person auf die Autobahn gelaufen und von einem Fahrzeug erfasst worden", erzählt Peter De Waele von der Bundespolizei.

"Wie alle anderen Zwischenfälle, muss auch dieser untersucht werden und wir müssen darüber nachdenken, ob wir unser Vorgehen anpassen. Wenn jemand auf die Autobahn läuft, kann man ihn natürlich kaum aufhalten. Das sind öffentliche Parkplätze. Wir hoffen, dass sich das nicht wiederholt. Ein Szenario, bei dem eine Person auf die Autobahn flüchtet, ist natürlich sehr gefährlich", betonte De Waele.

Bei der Razzia wurden elf Personen festgenommen.

Der Unfall ereignete sich einige hundert Meter von der Tankstelle, an der schon seit Monaten Migranten versuchen, sich auf Lkw zu schmuggeln, die in Richtung Großbritannien unterwegs sind.

Die Polizeibehörden befürchten schon seit längerem solche Abläufe mit tödlichem Ausgang.

Innenminister will nichts an Vorgehensweise der Polizei ändern

Es handele sich um einen traurigen Vorfall, aber die Polizei habe hier einfach ihre Arbeit gemacht, reagierte Innenminister Jan Jambon (N-VA) gegenüber der VRT. "Sie trifft keine Schuld."

Die Razzien würden nicht angepasst. "Man kann nie ausschließen, dass Menschen bestimmte Dinge tun. Jeder weiß, dass man nicht auf eine Autobahn rennt, und dass das sehr gefährlich ist."