Flanderns religiöse Orden (fast) ohne Nachwuchs

Der Altersdurchschnitt in den Klöstern, Abteien und Orden im belgischen Bundesland Flandern steigt weiter. Die Pater, Äbte, Nonnen und Schwestern werden immer älter. Zu diesem wenig überraschenden Schluss kommt die katholische Zeitschrift Kerk en Leven (Kirche und Leben). In den vergangenen 15 Jahre hat sich die Zahl der Ordensschwestern und -brüder zudem quasi halbiert.

Das Kirchenblatt Kerk en Leven zählte 2017 nur noch 6.197 Religiöse in den Klöstern, Abteien oder Orden in Flandern. Vor 15 Jahren war diese Zahl noch etwa doppelt so hoch.

Die Zahl der Pater wird in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit unter 1.000 sinken und schon kurzfristig wird wohl in Flandern rund die Hälfte der Schwesterngemeinschaften geschlossen oder aufgelöst, so Kern en Leven.

Die Frauen in der katholischen Ordenswelt in Flandern machen laut den aktuellen Zahlen rund ein Drittel der 6.197 Religiösen aus. Das ist ein krasser Unterschied mit dem Jahr 2002, als in Flandern noch knapp 14.000 Religiöse in den entsprechenden Einrichtungen lebten. 80 % aller Mönche, Klosterbrüder und Schwestern ist überdies älter als 85 Jahre und 15 % von ihnen haben das Alter von 90 Jahren bereits überschritten.

Und die Zukunft sieht nicht gut aus, so das Kirchenblatt. 2017 zählte Flandern gerade einmal drei Novizen, die einen ersten Schritt in Richtung Kloster taten. Und lediglich fünf Gläubige legten ein zumindest vorläufiges Gelübde ab.

Schwestern und Brüder

Nur noch drei Schwesterngemeinschaften in Flandern haben derzeit noch mehr als 150 Nonnen. Das sind die Schwestern von Vorselaar (314 Nonnen), die Schwestern des Glaubens in Tielt (etwas mehr als 150 Nonnen) und die Schwestern der Liebe Jesus und Maria (ebenfalls knapp über 150 Nonnen).

Der größte Männerorden in Flandern sind die Scheuten, zu denen derzeit noch 174 Brüder gehören. Doch die meisten von ihnen sind ältere Missionare, die zurück nach Belgien gekommen sind. Bei den Norbertinern sind noch 159 Brüder aktiv und bei den Salesianern noch 118. Wie lange diese flämischen Orden aber noch überleben können, steht in den Sternen.