Flüchtlinge: LKW sollen nicht am Rastplatz halten

Angesichts der sich verschärfenden Lage durch Flüchtlinge, die entlang der Autobahnen in Richtung Seehäfen auf Lastwagen springen, um so auf die britischen Inseln zu gelangen, reagieren hiesige und internationale Transportunternehmen mit einem Aufruf. Sie raten ihren Truckern an, schlicht und einfach nicht mehr an belgischen Rastplätzen anzuhalten.

Die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet am Mittwoch, dass die Transportunternehmer so vermeiden wollen, dass ihre Fahrer Opfer von Diebstahl und Gewalt rund um das Flüchtlings- und Transmigrantenproblems werden. In den vergangenen zwei Jahren habe sich das Problem verschärft und in den letzten Wochen kam es zu einigen eskalierenden Situationen.

Lode Verkinderen vom Transportverband „Transport&Logistiek“ sagte dazu, dass auch Unternehmer aus Flandern ihren Fahrern davon abraten, auf der Autobahn in Richtung Calais in Nordfrankreich noch anzuhalten: „Wenn es möglich ist, dann sollen sie nicht mehr dort anhalten. Die Fahrer haben immer mehr Probleme mit Dieben und mit Transmigranten.“

Doch andererseits seien sie per Gesetz dazu verpflichtet, ihre Ruhezeiten einzuhalten, so Verkindere. Viele Fahrer aus Belgien würden denn auch ihre Pause, wenn möglich, zuhause machen oder auch dort übernachten. „Transport&Logistiek“ konstatiert zudem, dass die Sicherheit an den LKW-Rastplätzen mehr und mehr zu wünschen übriglasse: „Die Zahl der Plätze nimmt immer weiter ab und auch die Parkplätze selbst werden im Gegensatz zu dem, was nötig ist, kleiner. Wir fordern seit langem, dass die Sicherheit hier erhöht wird.“

Man sei zwar zufrieden damit, dass es zu einer systematischeren Bewachung, auch durch die Polizei komme, doch sei dies nur ein erster Schritt in Richtung einer strukturellen Lösung. Die Verbesserung der Sicherheit auf den LKW-Rastplätzen sei Sache der Regierung.

Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) beschloss in dieser Woche, die fünf wichtigsten Rastplätze, u.a. an der E 40, in der Nacht durch private Wach- und Schließ-Gesellschaften überwachen zu lassen, um so den Kampf gegen Menschenschmuggler und Transmigranten anzugehen.