"Bob" erwischte weniger alkoholisierte Autofahrer

Die sogenannten „Bob-Kampagnen“ gegen Alkohol am Steuer scheinen nach Jahren des Einsatzes Früchte abzuwerfen. Die aktuelle Kontrollkampagne der Polizei im Rahmen der Weihnachts- und Neujahrsfeiern ergaben einen deutlichen Rückgang der Vergehen. Noch nie, seit es die „Bob-Kampagnen“ in Belgien gibt, wurden so wenig Fahrer mit Alkohol am Steuer erwischt.

Bei der gerade zu Ende gegangenen 8 Wochen langen Kontrollreihe überprüfte die Polizei insgesamt rund 483.000 Autofahrer, die sich einem Atemtest unterziehen mussten. Bei lediglich 2,1 % aller überprüfter Autofahrer wurde ein positiver Test abgenommen, d.h. sie hatten zu viel Alkohol im Blut. Noch sie seit Beginn der „Bob-Aktionen“ im Jahr 1995 wurden so wenige Fahrer, die zu tief ins Glas geschaut hatten, überführt.

Seit fünf Jahren in Folge sinken die Zahlen von Alkoholvergehen am Steuer teilt das belgische Verkehrszentrum VIAS dazu mit. Immer mehr Menschen würden begreifen, dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen.

Interessant ist dabei, dass die Zahlen an den Wochenenden bzw. in den Wochenendnächten seit einiger Zeit rückläufig sind, während laut VIAS in der Woche mehr oder weniger die gleiche Zahl an Alkoholsündern im Straßenverkehr der Polizei ins Netz geht.

Die gleiche Feststellung machen die belgischen Verkehrsanalysten auch in Sachen Unfälle mit Personenschaden. Auch hier sinken die entsprechenden Zahlen am Wochenende während sie unter der Woche in etwa gleich hoch bleiben. Und doch ist die allgemeine Entwicklung positiv, denn seit 1995 ist die Zahl der Alkoholsünder im Straßenverkehr in Belgien dreimal niedriger. Das schlechteste Resultat wurde zum Jahreswechsel 2003-2004 registriert, als etwa jeder Zehnte kontrollierte Autofahrer in Belgien gegen die zulässige Promillegrenze für Alkohol am Steuer verstoßen hatte.

Der Name „Bob“ für diese Aktion steht symbolisch für einen Fahrer, der eine Gruppe Freunde beim Feiern sicher nach Hause fährt und der freiwillig deshalb keinen Alkohol trinkt. An bestimmten Wochenenden oder Feiertagen, z.B. zu Sylvester, sorgen „Bobs“ in Belgien auch dafür, dass Feiernde nach Hause gebracht werden. Dazu kann man einen „Bob“, wie ein Taxi anfordern, doch diese Aktion ist stets kostenlos.

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