Prozess zum spektakulären Diamantenraub von 2013

Fünf Jahre nach einem spektakulären Diamantenraub am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem hat am Mittwoch der Prozess gegen insgesamt 19 Verdächtige begonnen. Der mutmaßliche Drahtzieher des Überfalls ist nicht dabei. Er befindet sich wegen anderer Vergehen in Frankreich in Haft. Dessen Anwalt fordert eine Abtrennung seines Verfahrens, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga dazu berichtete.

Im Februar 2013 hatten acht schwer bewaffnete Männer einen Zaun am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem durchbrochen und 120 Pakete mit Diamanten geraubt, die gerade aus einem Sicherheitstransporter des Unternehmens Brinks in ein Flugzeug in die Schweiz verladen werden sollten. Die Beute der Bande wurde danach auf rund 37 Mio. € geschätzt.

Knapp drei Monate später wurden 31 Verdächtige bei Razzien in Belgien, Frankreich und in der Schweiz festgenommen. Am ersten Prozesstag wurden die Angeklagten einem Kreuzverhör unterzogen, wiesen jedoch jede Schuld von sich.

Einer der Angeklagten hatte jahrelang am Flughafen gearbeitet und hatte dabei Zugang zum Flugfeld. Bei ihm wurden bei einer Razzia eine schusssichere Weste und eine Tarnmütze entdeckt, die DNA-Spuren eines anderen Verdächtigen aufwiesen.

Ein anderer Angeklagter war aufgefallen, weil er plötzlich einen Wohnungskredit begleichen konnte und weil er unmittelbar danach ein weiteres Haus in seiner marokkanischen Heimat erworben hatte. Er erklärte dies mit dem Erlös aus einen anderen Hausverkauf im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek.

Bei einer weiteren Haussuchung bei einem Verdächtigen wurden ebenfalls Tarnmützen und auch Funkgeräte gefunden, die dieser allerdings für seine Tätigkeit als Fensterputzer brauche, so der Angeklagte bei seinem Verhör.

Dieser Verdächtige wurde auch durch eine Aussage der Tochter seiner Lebensgefährtin in Verlegenheit gebracht. Das Kind hatte Polizisten erzählt, es sei nachts geweckt worden und hätte Diamanten zählen müssen. Die Mitter des Kindes gab an, ihre Tochter habe sie lediglich schikanieren wollen.

Einige der Verdächtigen waren im Zuge der Ermittlungen auch abgehört worden. Dabei erfuhren die Ermittler vom Verkauf von wertvollen Objekten, von angebotenen Diamanten, von Karat-Werten usw… Trotz teilweise erdrückender Beweise wollen die 19 Angeklagten mit dem spektakulären Diamantenraub vom 18. Februar 2013 nichts zu tun haben. Die Verhandlung ist zunächst auf 10 Tage angesetzt.