Leerstehende Handelsflächen macht Städten Kopfzerbrechen

Etwa 6 von 10 Gemeinden treffen Maßnahmen gegen den zunehmenden Leerstand von Gewerweflächen. Das geht aus einer Umfrage des VRT-Regionalradios bei den flämischen Bürgermeistern hervor.

Die Maßnahmen reichen von Bußgeldern wegen Verödung der Geschäftsräume und Prämien für die Einrichtung neuer Geschäfte.

Der Druck auf die Städte, etwas zu unternehmen, wächst, sagt Wim Dries vom Verband für Städte und Gemeinden. "Das ganze Einzelhandelsgeschäft befindet sich in einer unglaublichen Entwicklung. Man denke nur an E-Commerce, andere Arten des Einkaufens, Unterhaltung und die Suche nach den Wünschen des Kunden. Zum Beispiel stehen Öffnungszeiten, auch die am Sonntag, zur Diskussion. Die Städte müssen sich den Veränderungen anpassen und das setzt sie unter Druck", erklärt Dries.

Die Geschäftsstraßen veröden. Ihnen droht nicht nur der ökonomische Tod. Die Städte müssen sich Maßnahmen überlegen, um dieser Tendenz etwas entgegenzusetzen.

Bei Umbau zur Wohnung, 5 Jahre lang keine Grundsteuer zahlen

In ganz Belgien stehen mehr als 21.000 Gewerberäume, Kaffees und Restaurants leer, insbesondere in Fußgängerzonen und den klassischen Geschäftsstraßen.

Am schlechtesten schneidet Boom (Provinz Antwerpen) ab. Wie die Zeitung De Standaard berichtet, wird hier von den 300 Gewerbeflächen ein Fünftel nicht mehr genutzt. Keine andere flämische Gemeinde schneidet derart schlecht ab.

Schon das zehnte Jahr in Folge steigt der Leerstand und es sieht nicht danach aus, als würde sich der Trend in nächster Zeit wenden. Auch in vielen Kaffees und Restaurants ist nur noch gähnende Leere angesagt.

Viele Gewerbeflächen werden eingerichtet, ohne dass man schon einen Interessenten hierfür im Visier hat. Das ist ein großes Risiko. Auch Online-Shopping wird oft als Grund der Verödung genannt. Doch E-Commerce kann nicht der Hauptgrund sein, denn Online-Shopping macht gerade einmal 6 Prozent des belgischen Verkaufs aus.

Shoppingcenter schneiden besser ab. Sie haben den Vorteil, dass viele verschiedene Geschäfte nahe beieinander liegen. Mall-Manager sorgen für einen guten Mix an Läden.

Einige Städte haben zwar auch einen Manager für die Innenstadt, doch den Managern scheint die Wiederbelebung der Geschäftsstraßen nicht zu gelingen. Hat sich der Kunde erst einmal entschieden, in ein Shoppingcenter an der Peripherie zu gehen, wo er noch dazu unterhalten wird, wird er nicht auch noch in die Innenstadt fahren. 

Mehrere Städte haben eine Leerstandssteuer eingeführt. Auch die flämische Regierung versucht, mit einer neuen Maßnahme den Trend zu wenden. Wer in einer geschäftsarmen Umgebung einen leerstehenden Laden zu einer Wohnung umbaut, wird 5 Jahre lang von der Grundsteuer befreit.