Über 1 Mio. Unterschriften gegen Nahrungsmittel-Verschwendung

Eine europäische Petition für den Kampf gegen Nahrungsmittelverschwendung hat an diesem Samstagmorgen die 1 Mio.-Marke an Unterschriften überschritten. Das hat die Webseite "change.org" bekannt gegeben. An der Wiege der Petition steht neben Frankreich, Griechenland, Spanien, Deutschland, Italien und Großbritannien auch Belgien.

Die Petition hat die Supermärkte aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Visier. Mit der Petition fordern die Bürger, dass nicht verkaufte Essens-Waren fragenden karitativen Verbänden gespendet werden, anstatt sie wegzuwerfen oder zu zerstören. Das ist in Frankreich seit einem vor zwei Jahren verabschiedeten Gesetz bereits der Fall.

Mit der Petition wurde zeitgleich in Frankreich und sechs weiteren Ländern, darunter auch Belgien, gestartet.

Als Vorbild dient die Europäische Bürgerinitiative. Diese macht es seit 2012 und dem Vertrag von Lissabon möglich, dass sich mindestens eine Million EU-Bürgerinnen und -Bürger die aus einem Viertel der EU-Mitgliedstaaten kommen, "unmittelbar an der Entwicklung von Strategien der EU beteiligen, indem sie die Europäische Kommission auffordern, einen Rechtsakt vorzuschlagen."

Die Petition im Kampf gegen Nahrungsmittelverschwendung ist nur symbolisch. Sie wurde nicht auf der Webseite der Europäischen Union registriert. Ihr größter Verfechter, der Stadtrat von Courbevoie (Pariser Region), Arash Derambarsh, hatte die Petition -  mit nur 890.000 Unterschriften - dem Europäischen Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis übergeben.

Mit einer Million Unterschriften hoffen die Initiatoren nun, den französischen Präsidenten Emmanuel Macron davon zu überzeugen, bei der Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie einzureichen, die das französische Gesetz auf die gesamte Europäische Union ausweitet.

"Ich bin zuversichtlich, dass Frankreich diesen Text 2018 auf den Tisch des Europäischen Rates bringen wird", um das gesamte europäische System des Nahrungsmittelvertriebes zu verpflichten, sich an den Anstrengungen gegen die Nahrungsmittelverschwendung zu beteiligen, sagte Derambarsh der Nachrichtenagentur AFP. "Im Elysée hat man mir gesagt: 'Wir machen das 2018'", versicherte Derambarsh. 

In Frankreich habe das Gesetz innerhalb von zwei Jahren dazu geführt, dass die Zahl der durch karitative Verbände verteilten Mahlzeiten an Bedürftige um 22% gestiegen sei, betont Geneviève Wills, Präsidentin des französischen Zweiges des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen.