Kongo vs. Belgien: Konsulate sollen schließen

Die diplomatische Krise zwischen Belgien und seiner ehemaligen Kolonie, der Demokratischen Republik Kongo, spitzt sich weiter zu. Jetzt verlangt die kongolesische Regierung in der Hauptstadt Kinshasa, dass unser Land ab Dienstag, den 6. Februar, sein Konsulat in der Metropole Lubumbashi (Foto), der Provinzhauptstadt von Ober-Katanga, schließt.

Die Regierung im Kongo selbst plant ihrerseits die Schließung ihres Konsulates in Antwerpen. Vorerst beruhen diese Meldungen auf Informationen aus diplomatischen Kreisen in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, doch noch in dieser Woche soll bei der dortigen Botschaft Belgiens ein offizielles diesbezügliches Schreiben eingehen.

Die Demokratischen Republik Kongo reagiert mit diesen Maßnahmen offenbar auf die Kritik der belgischen Regierung an den nach wie vor ausbleibenden Präsidentschaftswahlen in dem zentralafrikanischen Land und an der blutigen Niederschlagung von Protesten gegen Präsident Joseph Kabila.

Kinshasa stößt wohl auch das Einfrieren, bzw. das Umverteilen von 25 Mio. € an Entwicklungshilfe aus Belgien übel auf. Belgien hatte unlängst angekündigt, diese Gelder nicht staatlichen Behörden im Kongo zukommen zu lassen, sondern an regierungsunabhängige Organisationen zu überweisen.

Regierungsinstanzen in Brüssel, z.B. das belgische Außenministerium, wollten sich zu dem Vorgängen nicht äußern und werden wohl erst Stellung nehmen, wenn sie offiziell vom Vorhaben der kongolesischen Regierung unterrichtet sind. Allerdings bestätigte Brüssel entsprechende Berichte aus dem Kongo, die über die sozialen Netzwerke kursieren.