Flandern schützt fünf weitere Regionalprodukte

Die jetzt vom Flämischen Zentrum für Agrar- und Fischereimarketing (VLAM) geschützten Regionalprodukte sind allesamt Lebensmittel mit traditioneller Zubereitung und dieses Mal stammen alle Produkte aus der Provinz Westflandern. Sie tragen für Außenstehende so eigentümliche Namen, wie „Houtlandse koffie“, „gekapte vloerpistolet“, „West-Vlaamse splitwafels“ oder „Poperingse mazarinetaart“. Alle haben gemeinsam, dass sie in Zukunft das Label „Regionalprodukt“ tragen dürfen.

Dreimal pro Jahr tritt das Komitee für die Beurteilung der flämischen Regionalprodukte zusammen und in der ersten Runde für 2018 kamen fünf Produkte in Anmerkung. Bisher dürfen etwa 230 typisch flämische Lebensmittel oder Rezepte das Label „Regionalprodukt“ tragen.

Unter den neuen geschützten Produkten ist das „gekapte vloerpistolet“ (Foto oben). Dabei handelt es sich um ein rundes und weißes Brötchen mit einem Spalt in der oberen Mitte (gekapt). Dieses Brötchen stammt aus Ostende, wo die Bäckerei Decock über das Originalrezept verfügt und muss mit einer knusprigen Kruste gebacken sein und zwar in einem Steinofen (vloer). Ein heißer Ofen lasse die Brötchen zusammenschrumpfen und diese Dichte des Teigs und das Ofenbacken geben dem Brötchen seinen ureigenen Geschmack.

Lecker ist auch das „Filet d’Anvers van het rood ras van West-Vlaanderen“ (Foto unten). Dieses Filet hat eine lange lokale Tradition und das Fleisch dazu kam (und kommt wieder) von lokalen Rinderrassen. Das waren im Hinterland der Küste vor allem rot-bunte Rinder, die dort sehr häufig vorkamen. Der regionale Delikatessenhandel Dechildre aus Ostende hat diesem Rezept aufgrund des besonderen Geschmacks wieder neues Leben eingehaucht. Dieses typische „Filet d’Anvers“ wird übrigens kaum gewürzt.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Der „Houtlandse Koffie“ aus der Rösterei Hanssens im „Torenhof“ in Eernegem-Ichtegem bei Ostende ist auf einen für die Nachkriegszeit und die 1960er Jahre typischen Geschmack zurückzuführen. Der wohl beste Kaffee aus dem heute denkmalgeschützten „Torenhof“ ist der Dessert, der am besten grob gemahlen über Filtertüte und Filter aus Porzellan direkt in die Tasse gegeben wird (Foto unten).

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„West-Vlaamse Splitwafels“ sind harte ovale Hefewaffeln, die entweder mit einer Butter-Vanille-Sahne bestrichen werden oder mit Kirschsahne gefüllt und mit Puderzucker bestreut werden. Beide Sorten bietet die Brood- & Banketbakkerij Vanheste Dirk in Ostende an. Dieses westflämische Rezept gibt es auch in Französisch-Flandern direkt auf der anderen Seite der Grenze zwischen Nordfrankreich und der Provinz Westflandern.

„Poperingse mazarinetaart“ ist, wie der Name bereits erahnen lässt, ein Kuchen aus Poperinge im Herzen der Provinz Westflandern. Er besteht aus einem Briocheteig, der mit einer warmen Soße aus Butter und Melasse (Sirup) begossen wird. Anschließend kommt noch Zimt obendrauf (dem Autoren dieser Zeilen läuft beim Schreiben das Wasser im Mund zusammen…). Diese Küchlein wurden früher beim Totenkaffee für wohlhabende Bürger gereicht, gehören aber mittlerweile in Poperinge zu den Grundnahrungsmitteln. Sie können als kleine Küchlein erworben werden und zuhause im Herd oder in der Mikrowelle erwärmt werden.