Katalanische Demo in Löwen mit Puigdemont

Der abgesetzte Ministerpräsident von Katalonien, Carles Puigdemont (Foto), war am Dienstagabend unter den Demonstranten, die eine Kundgebung zur Einhaltung der Menschenrechte in Spanien in der flämisch-brabantischen Universitätsstadt Löwen organisiert hatten. Puigdemont und vier seiner Minister befinden sich bereits seit 100 Tagen in Belgien in ihrer selbstgewählten „Verbannung“.

Rund 100 Katalanen und Mitstreiter aus anderen Ländern waren am Dienstagabend am Großen Markt in Löwen zu einer Protestkundgebung für die katalanische Sache zusammengekommen. Unter den Demonstranten war auch die Hauptperson im spanisch-katalanischen Konflikt, der abgesetzte Ministerpräsident von Katalonien Carles Puigdemont.

Einige der Demonstranten zeigten Slogans zur Einhaltung der Menschenrechte, die die spanische Zentralregierung in dieser Frage verletze. Carles Puigdemont hatte nach einem in den Augen der spanischen Regierung ungesetzlichen Referendum einseitig die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien ausgerufen. Daraufhin hob Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy diese Unabhängigkeit wieder auf organisierte in Katalonien Regionalwahlen, die die Regionalisten gewannen.

Inzwischen wurde die katalonische Regierung verboten und einige der Kabinettsmitglieder wurden festgenommen. Carles Puigdemont hingegen floh mit vier seiner Minister nach Belgien, wo er sich seit 100 Tagen an einem nur wenigen Zeitgenossen bekannten Ort aufhält.

Die von Spanien organisierten Regionalwahlen in Katalonien brachten keine Lösung in dem Konflikt, denn ein Bündnis aus allen separatistischen Parteien gewann die Wahlen und setzte Puigdemont erneut als Ministerpräsident ein. Dieser jedoch kann spanischen Boden nicht betreten, denn er wird dort per Haftbefehl gesucht. Damit verharrt die Lage dort vollständig in einer Pattsituation.

Die Demonstration am Dienstagabend in Löwen war von der Brüsseler Abteilung der regionalistischen Partei Assemblea Nacional Catalana (ANC) organisiert.