Vorläufig keine Streiks bei Brussels Airlines

Am Mittwochmorgen haben sich die Gewerkschaften bei Brussels Airlines mit Thorsten Dirks, dem CEO der Lufthansa-Low-Cost-Tochter Eurowings, getroffen, um zu besprechen, wie in Zukunft mit der enger werdenden Zusammenarbeit beider Fluggesellschaften verfahren wird. Dabei haben die Gewerkschaften die „ausgestreckte Hand“ von Eurowings angenommen, wie es nach den Gesprächen hieß.

Die Integration von Brussels Airlines in die Eurowings-Gruppe sorgte beim Personal der belgischen Fluggesellschaft für Unruhe, denn es kursierten Gerüchte über einen Stellenabbau, über Gehaltsverluste uvm. Am Mittwoch kam Eurowings-CEO Thorsten Dirkx (kl. Foto) nach Brüssel, um die Gemüter hier zu beruhigen. Einen konkreten Plan hatte er noch nicht im Gepäck, doch er zeigte Verständnis für die Sorgen.

Dirkx bat die Brussels Airlines-Belegschaft um etwas Geduld, denn Eurowings bzw. die Lufthansa brauchten noch Zeit, um eine Strategie für die Integration zu planen. Zudem habe man alle Hände voll zu tun mit der Übernahme von Teilen der in Konkurs gegangenen Air Berlin.

Die BA-Gewerkschaften gaben sich mit den Äußerungen von Thorsten Dirkx zunächst zufrieden und sahen dessen Engagement ihnen gegenüber als „ausgestreckte Hand“ an. Als positiv wurde bewertet, dass Brüsseler Personal von Belgien aus durchaus für Deutschland arbeiten können. Damit machte Eurowings einen großen Schritt in Richtung der neuen Brussels Airlines-Kollegen.

Belgische Fluggesellschaft? Keine neue Ryanair?

Ein „soziales Blutbad“ drohe Brüssel ohnehin nicht, so Dirkx, der sich damit den Aussagen von SN Air Holdings-Aufsichtsratschef Etienne Davignon anschloss (siehe nebenstehenden Beitrag). Es werde zu Veränderungen kommen, doch der Eurowings-CEO versprach, alles auf jeden Fall über Sozialpläne zu regeln. Für den 12. März ist eine neue Gesprächsrunde zwischen Eurowings und den Brussels Airlines-Gewerkschaften angesetzt. Diese reagierten zufriedengestellt, unterstrichen jedoch auch, dass sie wachsam bleiben würden.

Eurowings sucht laut CEO Dirkx nach einem „belgian touch“ für Brussels Airlines, die lokal verankert bleiben solle. Die Gesellschaft bleibe auch Teil der Star Alliance, zu der Eurowings (noch?) nicht gehört. Sicher ist, so Dirkx mit Nachdruck, dass „Brussels Airlines keine neue Ryanair werden wird.“ Wichtig für Eurowings und die Lufthansa-Muttergesellschaft sei auch die Expertise, die Brussels Airlines in Sachen Fernflüge und Afrika-Netzwerk hat. Hier werde in zusätzliche Linien und Maschinen investiert, wovon sowohl Deutschland, als auch Zaventem profitiere.