Häftlinge in belgischen Gefängnissen vernachlässigt

In den belgischen Haftanstalten haben vergangenen Monat 125 Gefangene auf einer Matratze auf dem Boden schlafen müssen. Da nicht genug Gefängniswärter anwesend waren, konnten in einigen Haftanstalten nicht alle Zellen bewacht werden. Verschiedene Häftlinge mussten deshalb gemeinsam in einer Zelle übernachten.

Die sozialdemokratische Parlamentarierin Annick Lambrechts hatte Angaben hierzu bei Koen Geens im Justizministerium angefragt. Diese Situation ist inakzeptabel, so die Ministerin.

"Ich finde diese Situation halluzinatorisch. Die Wärter melden auch, dass sie ständig Häftlinge mit der Matratze unterm Arm zu anderen Zellen schicken müssen, die aber auch schon besetzt sind. Wenn man Menschen so zusammenstopft, beruhigt man sie garantiert nicht. Die Arbeitsumstände für die Gefängniswärter sind äußerst schwierig. Für ein Land wie Belgien ist jedoch eine solche Situation absolut inakzeptabel."

Seit letzter Woche finden in allen Gefängnissen des Landes Gewerkschaftsaktionen gegen den anhaltenden Personalmangel statt. Um 22 Uhr an diesem Donnerstagabend treten die Gewerkschaftsmitglieder ein weiteres Mal in einen 32-Stundenstreik.