Branchenverband warnt belgische Regierung vor Naivität beim Ankauf neuer Kampfflugzeuge

Agoria, der Branchenverband des Technologiesektors, bezweifelt, dass Belgien beim Ankauf neuer Kampfflugzeuge eine Kompensation in Milliardenhöhe zugute kommen wird. Das haben mehrere Flugzeugbauer versprochen, falls sich die Regierung entscheidet, die neuen Maschinen bei ihnen zu kaufen. Sie würden Unterhaltsverträge und ähnliche Vereinbarungen für mehrere Milliarden Euro mit Unternehmen in Belgien abschließen, hieß es. Doch Agoria warnt vor allzu großer Naivität der Regierung. Wir könnten schon froh sein, wenn eine Milliarde aus dem Ankauf zurückfließen, so der Verband.

Am Mittwoch müssen alle Unternehmen, die Interesse daran haben, für Belgien neue Kamofflugzeuge herzustellen, ihr Angebot abgegeben haben. Verschiedene Flugzeugbauer versuchen bereits, in Belgien für ihre Maschinen zu werben. Belgien solle auch die Folgekosten mit einrechnen und nicht allein die Ankaufskosten betrachten, heißt es zum Beispiel beim französischen Hersteller Dassault. Dassault verspricht, 20 Milliarden Euro in die belgische Wirtschaft zu investieren, sollte sich Belgien für seine Kampfflugzeuge entscheiden.

Doch der Dachverband des Technologiesektors (Agoria) glaubt nicht an derartige Versprechungen. Marc Lambotte von Agoria betonte im VRT-Radio am Morgen: "Das sind schöne Versprechungen, aber ich habe lange im Privatsektor gearbeitet und ich glaube allein an bestehende Verträge."

Überdies verböten die EU-Regeln solche ökonomischen Returns. Als man damals die F-16 kaufte, war das noch möglich, heute nicht mehr. Die vorgelegten Zahlen des Flugzeugherstellers bezeichnete Agoria deshalb als unrealistisch.