Obdachloser bricht ein, um in den Knast zu kommen

Ein Richter in Antwerpen hat einen 70 Jahre alten Obdachlosen zu einer Haftstrafe von 24 Monaten verurteilt. Der Mann war von Polizisten auf frischer Tat ertappt worden, als er in einen Lastwagen einbrechen wollte. Schon bei seiner Verhaftung sagte der Mann, dass er diese Straftat begangen habe, um ins Gefängnis zu kommen.

Der 70 Jahre alte Mann war bereits im November 2017 dabei erwischt worden, in einen Lastwagen einzubrechen. Damals sagte er den Polizisten, die ihn gestellt hatten, dass er diesen Einbruch nur begangen habe, um ins Gefängnis zu kommen. Er fügte noch hinzu, dass er bei einem Freispruch oder bei einer Bewährungsstrafe erneut straffällig werde, um einen Platz in einer Gefängniszelle zu bekommen.

Nach Angaben der Pflichtverteidigerin des Angeklagten habe dieser mit großen Problemen zu kämpfen. Er sei alt, wohnungs- und staatenlos, alleine und an Leberkrebs erkrank und könne nirgendwo hin. Er wolle ins Gefängnis, um wenigstens an seinem Lebensende ein Dach über dem Kopf und genügend zu essen zu haben.

Der Mann wurde bereits vor seiner Verhaftung im November letzten Jahres von der Polizei gesucht. Er hatte mehrere Einbrüche auf seinem Konto und es lagen zwei Anzeigen nach schwerem Diebstahl gegen ihn vor. Summa summarum blieb der Antwerpener Justiz wohl nichts anderes übrig, als den Mann für zwei Jahre ohne Bewährung ins Gefängnis zu stecken.