Einwohner Brüssels messen selber Luftqualität in ihrem Viertel

Vier Wochen lang messen Einwohner aus zwölf Brüsseler Stadtteilen die Luftqualität in ihrer Gegend höchstpersönlich. Es handelt sich um eine Initiative der örtlichen Abteilungen der grünen Parteien Groen und Ecolo. Die Bürger haben die Aktion "NO₂-Pollution" im Kampf gegen die zunehmende Luftverschmutzung in der Hauptstadt ins Leben gerufen.

Die Brüsseler Parlamentarierin Annemie Maes klagt darüber, dass jedes Jahr mehr als 600 Einwohner Brüssels infolge der hohen Luftverschmutzung vorzeitig sterben.

Sie weist daraufhin, dass zu hohe Konzentrationen an Feinstaub und Stickstoffdioxiden (NO₂) das Schleimhautgewebe im gesamten Atemtrakt schädigt und zu Lungenkrankheiten, Herzinfarkten und Krebs führen kann. "Die Brüsseler Regierung unternimmt zu wenig gegen diese Luftverpestung. Es gibt zum Beispiel nicht genügend Messstationen, um die Luftqualität zu messen", weiß Maes.

Die Abteilungen der grünen Parteien Groen und Ecolo werden deshalb ab diesem Wochenende vier Wochen lang selbst die Luftqualität messen. Sie lassen in zwölf Stadtteilen Messgeräte an der Außenwand von Häusern, Schulen und an Straßenecken  anbringen. Im Frühjahr 2017 wurde bereits eine ähnliche Aktion im Stadtteil Schaarbeek durchgeführt. Im April sollen die Ergebnisse dieser Messungen bekannt gegeben werden.