Belgien: Leichter als Organspender registrieren

Die belgische Bundesregierung bzw. der parlamentarische Gesundheitsausschuss arbeiten derzeit an einer Vereinfachung der Registrierung als Organspender. Derzeit warten rund 1.200 Patienten in Belgien auf ein Spenderorgan, zumeist auf eine Niere, eine Leber oder auf Lungen. Doch nach wie vor finden sich zu wenig Spender, um den Betroffenen zeitig helfen zu können. Das liegt u.a. an dem langen Verfahren zur Registrierung als Organspender.

Nach dem Willen einiger belgischer Abgeordneter aus dem belgischen Bundesparlament soll in absehbarer Zeit möglich werden, sich als Organspender entweder online (über die sogenannte „e-health-Plattform“) oder beim eigenen Hausarzt registrieren zu lassen. Damit erhoffen sich die Initiatoren des entsprechenden Gesetzesvorschlages, die Abgeordneten Nathalie Muylle (CD&V) und Valerie Van Peel (N-VA), potentielle Spender ermutigen zu können, sich doch hier anzumelden.

Im Prinzip schreibt das belgische Gesetzbuch vor, dass praktisch jeder Organspender ist, es sei denn, er verweigert sich diesem Schritt explizit. Dies muss allerdings ebenfalls registriert sein. Doch die allermeisten Belgier haben nichts festgelegt, weder eine Verweigerung, noch eine Zustimmung. Doch Ärzte können die Angehörigen von Verstorbenen darum bitten, dem Leichnam Organe zu entnehmen, die für andere lebensrettend sein können. Erst dann wird diese mögliche Organspende verweigert, was recht oft in unserem Land geschieht.

Doch nach Ansicht vieler ist diese Weigerung auf Unkenntnis zurückzuführen und auf Tabus, die in unserer Gesellschaft noch vorhanden sind. Um dem doch akuten Mangel an Spenderorganen entgegenzuwirken, soll es jenen, die doch Organspender sein wollen, diesen Schritt auf Verwaltungsebene leichter zu machen.

Derzeit warten mehr als 1.200 Patienten in Belgien auf ein Organ, während rund 260.000 Landleute als Spender registriert sind. Mitinitiatorin Valerie Van Peel sagte dazu konkret gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Man kann pro Person mit seinen Organen bis zu 8 Leben retten. Wenn man so aus dem Leben scheiden kann, dann ist das doch eine schöne Sache.“