Frost: Weitere Städte weisen Obdachlose ein

Am Montag wurde bekannt, dass der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Etterbeek mit einer entsprechenden Polizeiverordnung Obdachlose auch gegen ihren Willen in Winterquartiere bringen lässt. Vincent De Wolf (MR) will die Obdachlosen bei diesen frostigen Temperaturen so gegen sich selbst schützen. Mittlerweile findet er Nachahmer.

Inzwischen folgen auch Verviers in der Provinz Lüttich, Charleroi in der Provinz Hennegau und die Gemeinde Brüssel-Zentrum diesem Beispiel und lassen die Lokalpolizei nach Obdachlosen suchen, die sich in den Winterquartieren der Kommunen nicht blicken lassen.

Muriel Targnion (PS), die Bürgermeisterin von Verviers, lässt Polizeistreifen aktiv nach einigen Obdachlosen suchen, die sich bisher weigern, den Gemeindesaal, der für sie als Nachtquartier für frostige Nächte eingerichtet wurde, aufzusuchen. Hier werden Nachtwerte von bis zu -12°C erwartet.

Auch Charleroi und Brüssel gehen so vor und lassen Obdachlose, die sich weigern mit der Polizei mitzugehen, zwangsweise in die Nachtlager einweisen. Die Obdachlosen riskieren zu erfrieren, so das Argument.

In Flandern setzen die Städte und Gemeinden allerdings weiter auf Einsicht und auf die Freiwilligkeit der Obdachlosen. Bisher fiel noch keiner der Betroffenen der klirrenden Kälte in diesen Tagen und Nächten zum Opfer, doch in der Vergangenheit gab es vereinzelt solche Vorfälle.