Streikfolgen: Probleme in vielen Bereichen

Am Dienstagmorgen staute sich der Verkehr vor allem in den Ballungsräumen, wie z.B. zwischen Antwerpen und Brüssel. Und doch waren die Probleme mit einer Staulänge von rund 350 km nicht so groß, wie erwartet. Offenbar hatten sich die Berufstätigen auf den Streik vorbereitet.

Bei der belgischen Bahn NMBS lässt sich der Streik vor allem in Wallonien spüren, denn dort hat die sozialistische Gewerkschaft einen großen Rückhalt. Von Lüttich aus fuhr z.B. am Morgen kein Zug ab. In Flandern fuhren auf den wichtigsten Linien (zw. Brüssel und Antwerpen oder zw. Brüssel und Gent) rund die Hälfte aller Züge.

Bei der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB wurden die Metrolinien 1,2 und 5 bedient, allerdings mit weniger Zügen. Es wurden, wenn auch nur sporadisch, sechs Tramlinien bedient (3, 4, 7, 82, 92, 94). Bei den Bussen sieht es so aus, dass die Verbindungen zum Brussels Airport (Linien 15 und 21) fahren und dass einige Busse auf den Linien 15, 21, 29, 34, 66, 71, 87 und 95 unterwegs sind.

Der Flughafen meldete allerdings, dass sich Reisende früh auf den Weg machen sollen, um ihren Flug zu erreichen. Verkehrsprobleme und gestörte Nahverkehrsangebote können immer zu Verzögerungen führen.

Auch bei De Lijn in Flandern war nicht alles blockiert. In Antwerpen fuhren etwa die Hälfte aller Busse und Bahnen. In den Provinzen war der Busverkehr eher nur leicht behindert, während in der Stadt Gent in Ostflandern die Streikbereitschaft größer war. An der belgischen Küste sind etwa 50 % der Tramfahrer nicht zum Dienst erschienen.

Auch für den abendlichen Berufsverkehr wurde mit Problemen gerechnet, doch diese fielen eher beschaulich aus. In der abendlichen Stoßzeit fuhren wieder etwa zwei von drei Zügen und auch im Straßenverkehr bleiben die großen Staus wohl aus. Die Pendler, die mit dem Auto heimfahren haben sich offenbar nicht wie morgens oft der Fall ist, zur gleichen Zeit auf den Weg gemacht.

Bpost meldet, dass kein einziger Standort blockiert war und dass am Dienstagmorgen auch keine Streikposten unterwegs waren. Auch bei den Gefängniswärtern konnten alle Bereiche in den Haftanstalten fast normal funktionieren. Im Antwerpener Hafen wurde auch wenig gestreikt. Dort war am Morgen lediglich die Zandvliessluis gesperrt. Die Schiffe können allerdings Umwege über die anderen Schleusen nehmen.

Weitere Probleme

Im Laufe des Tages meldeten Bildungsinstitute verschiedenster Schulträger in Flandern, dass sich hier und da Lehrpersonal dem Streik angeschlossen habe. Die meisten betroffenen Schulen konnten die Schulkindern aber betreuen.

In Brüssel stellten die Anwohner in gleich mehreren Stadtteilen und Gemeinden fest, dass der Müll nicht abgeholt wurde. Dies war weiträumig in Anderlecht, Berchem, Etterbeek, Evere, Ganshoren, Haren, Jette, Koekelberg, Molenbeek, Sint-Gillis, Schaarbeek, Sint-Lambrechts-Woluwe und Sint-Pieters-Woluwe der Fall. Die Brüsseler Abfallgesellschaft (NET Brüssel) bittet die betroffenen Haushalte, die Müllsäcke bis zur nächsten Abholung wieder reinzuholen.