Aufklärungskampagne, auch im Senegal

Sexualkundeunterricht in einem kleinen Gesundheitszentrum in Dakar im Senegal: Für uns ist dieser Unterricht vielleicht selbstverständlich, aber das ist noch lange nicht der Fall für alle Jugendlichen weltweit. Auch aus diesem Grund stand Belgien letztes Jahr mit an der Wiege der Kampagne "She Decides", "Zij Beslist" ("Sie entscheidet"), eine weltweite Initiative zur Förderung von Frauenrechten und Familienplanung. Die VRT begleitete den Minister für Zusammenarbeit, Alexander De Croo, auf seiner Reise in den Senegal. Letzterer wollte sich selbst ein Bild davon machen, was in dem Land noch fehlt und was jetzt schon getan wird.

Fass ist einer der am dichtestbesiedelten Stadtteile der senegalesischen Hauptstadt Dakar und die Bevölkerung wächst weiter. Doch die Gesundheitsversorgung kommt nicht nach, trotz des Mutes und des Engagements der Bevölkerung vor Ort.

So nutzt die Hebamme eines kleinen Gesundheitszentrums in Fass bei jeder Beratung die Gelegenheit, die jungen Mädchen direkt in Sexualkunde zu unterrichten. Auch in diesem überwiegend islamischen Land ist das kein Tabu, denn die Zahl unerwünschter Schwangerschaften ist hier noch immer sehr hoch.

"Die jungen Mädchen wenden stets mehr Familienplanung an. Ich überrede sie zur Familienplanung. Das ist besser als zu einem Zeitpunkt schwanger zu werden, zu dem man noch studieren und seine Zukunft planen sollte", erklärt die Hebamme Olimata Diouf.

Als Mitinitiator des internationalen Programms "She Decides", "Zij Beslist" will der Minister für Entwicklungszusammenarbeit, Alexander De Croo, unter anderem die Arbeit der Familienplanung in diesem Land unterstützen und verstärken.

"Vor dem Hintergrund einer Infrastruktur wie dieser ist es heutzutage perfekt möglich, mit einigen zusätzlichen Investitionen dies zu tun", betont Alexander De Croo. "Ich merke, dass die jungen Mädchen das sagen, was sie wirklich denken. Sie wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und nicht mehr in eine Situation der Abhängigkeit geraten. Doch dafür muss man ihnen mehrere Grund-Dinge zur Verfügung stellen, zum Beispiel Zugang zur Familienplanung und einen Mindestzugang für Mädchen zum Gesundheitswesen."

Belgien will die Vorreiterrolle in der "She decides"-Bewegung einnehmen. Die Bewegung ist vor etwa einem Jahr auf Initiative Belgiens und der Niederlande entstanden. Sie will die Frauenrechte weltweit in den Mittelpunkt stellen. Was im Senegal diesbezüglich gerade passiert, scheint vielversprechend zu sein, aber es gibt auch noch immer sehr viel zu tun, berichtet der VRT-Kollege Peter Verlinden, der mit dem Minister in den Senegal reiste.