Belgien beteiligt sich an US-Geheimoperation gegen den IS

Der belgische Geheimdienst beteiligt sich an einer US-Geheimoperation, bei dem ausländische IS-Kämpfer in Syrien und im Irak getötet werden. Das hat das Verteidigungsministerium der VRT-Nachrichtenredaktion bestätigt.

Die Geheimoperation “Gallant Phoenix” begann 2015 unter der Leitung des Zentralkommandos amerikanischer Elite-Einheiten. Ziel der Operation ist, möglichst viele Informationen über IS-Kämpfer an der Front einzuholen und auszuwerten. Die Informationen stammen vor allem aus gefundenen Laptops und Handys ausländischer Kämpfer. Insbesondere nach dem Fall von Mosul, im Irak, wurden viele wertvolle Informationen über ausländische Kämpfer sichergestellt.

Die Operation "Gallant Phoenix" ist ein Aufklärungsprojekt des US-Militärs mit Sitz in Jordanien, einem Nachbarland von Syrien und dem Irak. Die Arbeit in Jordanien soll vor allem darin bestehen, große Datenbanken mit sämtlichen Informationen über ausländische IS-Kämpfer in Syrien und im Irak zu analysieren, zu katalogisieren und zu teilen.

Die USA hat bei der Operation vor allem ein Ziel vor Augen: Möglichst viele IS-Kämpfer aufzuspüren und zu töten. Internationale Medien hatten bereits berichtet, wie das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Vereinigten Staaten aktiv gefährliche ausländische IS-Kämpfer an der Front aufspüren. Auch Deutschland beteilige sich laut einem Spiegelbericht gemeinsam mit 21 weiteren Nationen an der Operation.

Belgien seit mehr als 2 Jahren mit dabei

Belgien nimmt ebenfalls mit einigen wenigen Personen an der Operation "Gallant Phoenix" teil. Anfänglich sollten belgische Elite-Einheiten von den Special Forces eingesetzt werden, doch letztlich wurde entschieden, dass nur Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes ADIV (Algemene Dienst Inlichtingen en Veiligheid) aktiv werden.

ADIV übernimmt die Geheimoperationen im Ausland. Es handelt sich um Armee-Angehörige, die auf Geheimdienstaufgaben spezialisiert und die als Verbindungspersonen zwischen "Gallant Phoenix" und Belgien im Einsatz sind. Belgien ist ein Land, aus dem relativ viele Kämpfer nach Syrien und in den Irak gezogen sind, um sich der Terrorgruppe IS anzuschließen. Insgesamt sollen rund 500 Belgier zum Kampf nach Syrien und in den Irak gegangen sein.

Alle Beteiligten betonen allerdings, dass der belgische militärische Geheimdienst zu keinem Zeitpunkt selbst ausländische Kämpfer ausgeschaltet habe. Belgische Einheiten sind zwar im Norden des Irak gewesen, aber sie haben dort die kurdischen Kämpfer im Kampf gegen den IS unterstützt. Sie hatten den Auftrag, nicht direkt an der Front mitzukämpfen, sondern nur aus nächster Nähe zu helfen.

Derzeit bilden belgische Militär-Einheiten kurdische Kämpfer und  Soldaten der irakischen Armee im Norden des Irak aus.

VRT NWS hatte in den vergangenen Tagen, vor der Veröffentlichung dieser Nachricht, Kontakt zum Verteidigungsministerium, so dass die Sicherheit der Soldaten vor Ort nicht durch die Berichterstattung gefährdet wird.