Delhaize und Colruyt lösen sämtliche Verträge mit der Verbist-Gruppe auf

Sowohl die Supermarktkette Delahaize als auch Colruyt kündigen ihre Zusammenarbeit mit der gesamten Schlachthof-Gruppe Verbist auf. In einer Niederlassung der Gruppe in Bastogne waren ernsthafte Verstöße gegen das Lebensmittelgesetz nachgewiesen worden.

Die Feststellungen hätten zu einem irreparablen Vertrauensbruch geführt, heißt es in einer Mitteilung von Delhaize. "Die festgestellten Missstände sind inakzeptabel für Delhaize und haben das Vertrauen in alle Unternehmen der Veviba-Gruppe auf unwiderrufliche Weise verletzt. Delhaize macht keine Kompromisse in Sachen Lebensmittelsicherheit und duldet keine Verstöße dagegen", heißt es in der Mitteilung.

Konkret bedeutet das, dass Delhaize die Zusammenarbeit mit Veviba in Bastogne, Adriaens in Zottegem und Lanciers in Rochefort aufkündigt. Mit dem Schlachthof in Izegem, der zur gleichen Gruppe gehört, arbeitete Delhaize schon seit letztem Jahr nicht mehr zusammen, nachdem mehrere Missstände ans Licht gekommen waren.

Die Produkte, die Delhaize vorsorglich schon einmal aus den Regalen genommen hat, werden nicht mehr verkauft. Das Unternehmen ist dabei, Verträge mit neuen Lieferanten auszuhandeln, um den Verkauf von Rindfleisch weiterhin garantieren zu können. Delhaize betont, dass die Kette auch in Zukunft auf belgische Produkte setze.

Colruyt hat inzwischen ebenfalls angekündigt, seine Zusammenarbeit mit der Verbist-Gruppe vollständig beenden zu wollen. Die Kette mache das aus ethischen Gründen.

Dem Schlachtbetrieb Veviba aus Bastogne, der zur Verbist-Gruppe gehört, war die Zulassung entzogen worden, nachdem falsche Kennzeichnungen bei der Zerlegung und dem Einfrieren von Fleischprodukten festgestellt worden waren.

Unterdessen hat die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Kammer, Muriel Gerkens, für Freitagnachmittag eine Sitzung einberufen. An der wollen auch Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) und der föderale Landwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) teilnehmen. Ferner wird ein Vertreter der Lebensmittelaufsichtsbehörde anwesend sein.

Gesundheitsrisiko?

Vorläufig weise nichts daraufhin, dass das Fleisch von Veviba ein Gesundheitsrisiko darstelle, sagte die Gesundheitsministerin Maggie De Block in der VRT. Doch Untersuchungen müssen dies erst noch beweisen.