Senat will mehr Schutz vor hormonaktiven Substanzen

Der Senat ruft zu einer ehrgeizigen Politik gegen hormonaktive Substanzen auf. An diesem Freitag hat er einen Bericht mit Empfehlungen vorgelegt, der noch vom Plenum angenommen werden muss.

Schwangere, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren von hormonaktiven Substanzen schützen, indem der Gebrauch hiervon soweit wie möglich eingeschränkt wird, die Erstellung eines gemeinsamen, nationalen Aktionsplans in Dialog mit Wissenschaft, Industrie und zahlreichen weiteren Akteuren sowie die Einrichtung eines "Instituts für die Zukunft", um die Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen zu garantieren, sind nur einige der 72 Empfehlungen des Berichts, den der Senat unter Anregung von Cindy Franssen (CD&V) erstellt hat. Die sechs Berichterstatter haben das Papier am Freitag vorgestellt.

Rund 10.000 Substanzen werden als 'mögliche' Stoffe katalogisiert, die durch Veränderung des Hormonsystems die Gesundheit schädigen können. Obwohl diese Stoffe in zahlreichen Produkten enthalten sind, mit denen wir täglich in Kontakt kommen (Kosmetika, Bodenbeläge, Konserven, Kassenbons, Verpackungsmaterial...), werden heute nur rund 1.300 Substanzen auf ihre das Hormonsystem störenden Eigenschaften hin getestet. Sie können jedoch die Wirkung von natürlichen Hormonen verringern oder gar ihre Funktion beeinflussen.

In seinen Empfehlungen ruft der Senat dazu auf, die Bevölkerung maximal über die Gesundheitsrisiken solcher das Hormonsystem störenden Substanzen in Konsumgütern zu informieren und sie hierfür zu sensibilisieren. Ferner fordert der Senat ein Verbot von Öko-Etiketten, wenn die Produkte hormonaktive Substanzen beinhalten.

Der Gebrauch von hormonaktiven Substanzen sollte laut Senat verboten werden, es sei denn die Substanzen seien unerlässlich. Nach Auffassung des Senats müsse Belgien hinsichtlich der Beschränkung dieser Stoffe zum europäischen Pionier werden. 

Die Senatoren halten es außerdem für wichtig, dass wissenschaftliche Daten unabhängiger Studien über hormonaktive Substanzen und ihre Gefahr für die Volksgesundheit zusammengetragen und ausgewertet werden.