Lebensmittelbehörde nach Veviba unter Beschuss

Seit dem Skandal um den Fleischbetrieb Veviba in Bastogne in der Provinz Luxemburg steht die belgische Lebensmittelbehörde FAVV, die die gesamte Lebensmittelkette in unserem Land überwachen soll, in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, zum zweiten Mal in relativ kurzer Zeit zwei Krisen nicht zeitig genug gesehen zu haben.

Die belgische Bundesbehörde für Lebensmittelsicherheit FAVV entstand durch eine Lebensmittelkrise und zwar 1999 nach dem Dioxinskandal. Eine geraume Zeit lang genoss diese Einrichtung ein hohes Ansehen, doch spätestens seit der Fipronil-Krise mit mit giftigen Reinigungsmitteln verseuchten Eiern bekam die FAVV einen Knacks. Seit dem das Problem mit abgelaufenen Fleischlieferungen durch das Unternehmen Veviba bekannt wurde, steht die Agentur endgültig im Zwielicht.

In beiden Fällen versuchte die FAVV die Bevölkerung zu beruhigen und die Sache herunterzuspielen, bis dann doch die Reißleine gezogen werden musste. Nicht nur die Politik dreht die FAVV gerade durch den Fleischwolf, sondern auch der betroffene Sektor. Am Dienstag traf sich der gesamte Bereich, von Landwirtschaftsverbänden über Schlachthöfen und verarbeitenden Betrieben, bis hin zum Groß- und Einzelhandel.

Hier will man gemeinsam versuchen, den Fleischbereich aus den Negativschlagzeilen zu holen - auch durch mehr Kontrollen, denn das Veviba-Problem hat dem gesamten Sektor Schaden zugefügt. Von dem Problem waren z.B. sogar die Biosortimente von Warenhausketten betroffen. Während die Opposition im belgischen Bundesparlament den Rücktritt des derzeitigen FAVV-Managers Herman Diricks (kl. Foto) fordert, kündigt Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) einen Audit bei der FAVV an.

Es sind immer die anderen…

Herman Diricks musste sich am Montag vor einem Parlamentsausschuss verantworten. Dort wurschtelte er sich durch mit Sätzen wie: „Wir betrügen nicht. Wir versuchen unsere Arbeit so gut wie möglich zu tun.“ Auf die Frage, die sich hier jeder stellte, wieso seine Behörde den Vorgang bei Veviba trotz einer Meldung der Kollegen aus dem Kosovo bezüglich einer Lieferung verdorbenes Fleisch bereits 2016 nicht hellhörig geworden sei, kam ebenfalls keine deutliche Antwort.