Mobilität: Oosterweel erhält Milliardenkredit

Die Oosterweel-Verbindung in Antwerpen, die den enormen Verkehrsfluss in der Hafenmetropole in den Griff bekommen soll, kann von einem Kredit über 1 Mia. € von Seiten der Europäischen Investitionsbank (EIB) profitieren. Für Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) ist dies eine „phantastische Anerkennung“.

Das gesamte Mobilitätsprojekt von Antwerpen wird auf rund 4 Mia. € veranschlagt. Es soll die Verkehrsströme völlig anders fließen lassen und das Stadtzentrum von Transitverkehr weitgehend befreien. Die Europäische Investitionsbank gewährt dem belgischen Bundesland Flandern dazu einen Kredit über 1 Mia. € zu günstigen Bedingungen, wie aus dem Kabinett von Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) verlautete.

Die Modalitäten dazu müssen allerdings noch genau festgelegt werden. Jedenfalls ist dies der höchste Kredit, den die Europäische Investitionsbank einem Projekt in Belgien jemals gewährt hat. Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever teilte seine Begeisterung zu dieser Nachricht via Twitter mit: „Das ist eine phantastische Ankerkennung für etwas, das gemeinsam mit der Überdachung des Antwerpener Rings das größte Mobilitäts- und Lebensqualitätsprojekt dieses Jahrhunderts werden wird.“

Die flämischen Grünen in Antwerpen, angeführt von deren Spitzenkandidat für die Kommunalwahlen in der Stadt, Wouter Van Besien (Groen), sind mit diesem Riesenkredit ebenfalls sehr zufrieden. Doch sie sind der Ansicht, dass die Überdachung des Rings und eine nachhaltige Verkehrspolitik essentiell sind. Sie rufen dazu auf, dass dieses Geld nicht nur für die Osterweel-Verbindung und für den Autoverkehr eingesetzt wird, sondern für das Gesamtprojekt.

Die Europäische Investitionsbank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist eine Einrichtung der Europäischen Union, die Projekten Kredite oder Darlehen gewährt, die den Zielen und der Ausrichtung der EU entsprechen. Dazu gehören z.B. Bereiche wie die Schaffung von Arbeitsplätzen, Mobilität oder auch Projekte in Sachen Umweltschutz oder Klimawandel.

Flandern hat einige Jahre lang mit der EU verhandelt, um einen solchen Kredit zu erhalten. Erst vor Kurzem gewährte die EIB der Wallonie ein Darlehen in Höhe von 550 Mio. € für die Optimierung der dortigen Vertriebsnetze für Gas und Strom und das halbstaatliche belgische Telekomunternehmen Proximus erhielt einen Kredit über 400 Mio. € für die Modernisierung der festen Netzwerke.