Antwerpen: Frischzellenkur für das Bourla-Theater

Die Bourla-Schauburg in Antwerpen (Foto) ist eine Ikone der Stadt und sie ist das Zuhause der Theatergesellschaft „Het Toneelhuis“. Jetzt wurde einer umfassenden Restaurierung des alten Gemäuers zugestimmt, die traditionsreiche Elemente, die mittlerweile 200 Jahre alt sind, mit dem Funktionieren eines modernen zeitgenössischen Theaters vereinen soll. Fast 70 Mio. € darf das Ganze kosten.

Die Bourla-Schauburg ist so alt, wie das Land. Entworfen hat dieses Gebäude mit sowohl neo-klassizistischen, als auch Empire-Elementen ausgestatte Theater der damalige Antwerpener Stadtarchitekt Pierre Bruno Bourla. Das Haus bietet 900 Zuschauern einen Sitzplatz, musste aber noch im Jahr 1993 mit einer schnellen Renovierung vor dem Abriss geschützt werden.

Doch jetzt erfüllt es nicht mehr die technischen Bedingungen, die an ein modernes Theater bzw. an ein modernes Kulturzentrum gestellt werden. Ein Masterplan zur Modernisierung des altehrwürdigen Hauses aber sieht ein langfristiges Konzept vor, mit dem „De Bourla“ eine innovative Kultureinrichtung bei gleichzeitiger Erhaltung des architektonischem Kulturerbes werden kann.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Zwei Jahre lang haben die DRDH Architects, Julian Harp aus London, die Theatergesellschaft „Het Toneelhuis“, die Stadt Antwerpen, der künstlerische Leiter des Hauses, Guy Cassiers und die flämische Landesagentur für das architektonische Kulturerbe an diesem Masterplan gearbeitet. Schon diese Arbeit bezuschusste die Stadt mit 400.000 € - zur Zufriedenheit aller Beteiligter.

Die großer Herausforderung war und ist die historische Infrastruktur der unter Denkmalschutz stehenden Theatertechnik in das neue Konzept zu integrieren. Vorgesehen ist, den vorhandenen Zuschauersitzen mehr Komfort zu bieten und zusätzliche Sitzplätze zu ermöglichen. Die wohl größte Herausforderung wird sein, die leicht abschüssige Bühnenplattform zu begradigen, während das von Architekt Bourla wohl überlegte Verhältnis zwischen eben Podium, den Balkonen und dem Saal ausgeglichen bleiben soll.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Historische Mechanik aus Holz

Die schwere hölzerne Konstruktion, über die viele Jahrzahlte Lang das Bühnenbild je nach Szene hervorgebracht oder verschwinden gelassen wurde und noch werden kann, ist noch eine original erhaltene Maschinerie aus dem Jahr 1834. Noch vor einigen Jahren galt diese Konstruktion als verwundbar und bedroht, doch den Architekten gelang es, den Teil, der nicht mehr benötigt wird, zu erhalten, während der noch verwendete Bereich in die neue und zeitgenössische Technik integriert werden konnte. In Zukunft wird dies noch völlig in neue Computertechnik eingeflochten.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte bekam die Schauburg, zumindest von außen aus gesehen, einen eher geschlossenen Charakter. Der neue Masterplan will das Haus wieder öffnen und offen gestalten. Die ursprünglichen Türen in den Seitengiebeln werden wieder geöffnet und alle Salons und Foyers werden für die Öffentlichkeit zugänglich. Die verschiedenen Bereiche des Hauses werden zu einer Einheit und alle sanitären Anlagen sowie andere entsprechende Bereiche werden unter die Erde verlegt.

Die eigentlichen Baukosten sind auf rund 40 Mio. € veranschlagt, doch die gesamten Kosten werden über die kommenden Jahre verteilt auf rund 70 Mio. € ansteigen. Soviel ist sicher. Die Stadt Antwerpen und die flämische Landesregierung sind bereits in Verhandlung zur Finanzierung des Projekte. Die Bourla-Schauburg ist eine Ikone der Kultur in Flandern und gehört zu den wichtigsten baulichen Kulturdenkmälern im Land. Nicht zuletzt ist das Haus ein internationales Aushängeschild für Flandern und Antwerpen.