Appell der Kurden in Brüssel: EU soll Taten in Afrin öffentlich verurteilen

Mehr als 550 Menschen haben nach Polizeischätzungen am gestrigen Freitag in Brüssel gegen die Angriffe in Afrin demonstriert, deren Opfer vor allem die Zivilisten der Stadt Afrin in syrisch-Kurdistan seien. Die Demonstranten zogen von der Winston Churchilllaan zur russischen Botschaft im Stadtteil Ukkel.

Die Teilnehmer waren mit Bussen nach Brüssel gebracht worden. Vor der russischen Botschaft setzten sie sich auf die Fahrbahn und blockierten vorübergehend den Verkehr.

Die Demonstranten beschuldigen die türkischen Streitkräfte, seit 56 Tagen einen "Völkermord und ethnische Säuberungen" durchzuführen und kritisieren die Allianz Russlands mit der Türkei. Sie berichten von Vergewaltigungen an Frauen und Folter an Einwohnern, auch an Kindern.

"Die Diaspora erhebt ihre Stimme, um dieses Blutbad der Öffentlichkeit klar zu machen", erklärte Sophia Yousri. Sie ist Mitglied der Plattform 'Afrin is not alone'. Die Plattform fordert von der Europäischen Union, dass diese sich nicht vor einer Auseinandersetzung mit Erdogan scheut. Sie müsse diese Taten verurteilen.

Daneben demonstrierte am Freitag auf dem Schuman-Platz eine andere Gruppe aus rund achtzig Teilnehmern vor den europäischen Einrichtungen und forderte die EU auf, das "Blutbad" in Afrin öffentlich zu verurteilen. Diese Demonstration erfolgte auf Initiative der kurdischen Gruppe Hevi. Sie appelliert an die EU, Druck auf die Türkei auszuüben und plädiert für humanitäre Hilfe.