Verteidigungsminister: "Ist Russland noch ein zuverlässiger Partner?"

Wie das Vereinigte Königreich sieht auch Belgiens Verteidigungminister, Steven Vandeput (N-VA), Russland hinter dem Mordversuch an dem russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal. Das hat er in der VRT-Polittalkshow "De zevende dag" gesagt. "Es wurde ein Stoff benutzt, der während Sowjetzeiten entwickelt wurde und den Russland jetzt einsetzt. Alles weist darauf hin, dass Russland dahinter steckt." Unser Land wurde über die Taten bei einer Sitzung der Nato-Botschafter informiert.

Bei einem Treffen der Nato-Botschafter haben Vertreter des Vereinigten Königreichs Details über den Mordversuch an Sergej Skripal und seiner Tochter bekannt gegeben.

Am 4. März waren der 66-jährige Ex-Spion Sergej Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht, schweben aber in Lebensgefahr. Auch der Polizist, der den beiden erste Hilfe leistete, wurde schwer krank in ein Krankenhaus eingeliefert.

"Nach britischen Angaben ist es sehr wahrscheinlich, dass Russland dahinter steckt", so Vandeput. Bei dem Anschlag soll ein Mittel aus der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte eingesetzt worden sein, die das sowjetische Militär in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt habe.

Das Vereinigte Königreich hat eine Erklärung hierzu vorgelegt, die von allen Nato-Mitgliedern unterzeichnet wurde. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass auf europäischem Boden ein Anschlag mit Giftgas verübt wurde", so Vandeput. Eine ernste Angelgenheit. "Nach dem Ersten Weltkrieg haben wir viele Schritte unternommen, um Giftgasangriffe zu wehren."

Vandeput äußerte sich besorgt: "Russlands Haltung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert."

"2010 war Russland ein strategischer Sicherheits-Partner. Wir haben damals gemeinsam mehrere Abrüstungen vorgenommen."

Später folgten dann die russische Offensive in Georgien und die Annexion der Krim in der Ukraine. "Innenpolitisch hat Russland Probleme. Deshalb hat es vielleicht diese Haltung dem Ausland gegenüber. Sie soll von der Innenpolitik ablenken. Stellt sich die Frage, ob Russland noch ein Partner ist, dem man vertrauen kann."