Genk: Logistiker H.Essers darf nicht abholzen

Das Transportunternehmen H.Essers aus Genk in der flämischen Provinz Limburg kann seine umstrittenen Erweiterungspläne auf ein neben dem Betriebsgelände gelegenes Waldgebiet in den Papierkorb werfen. Der belgische Staatsrat verwarf jetzt einen entsprechenden Raumordnungsplan. Nach einer Klage von Umweltverbänden wegen Verstößen gegen europäische Naturschutz-Richtlinien ist das Projekt wohl vom Tisch.

Eine ganze Reihe von Umweltverbänden aus Flandern hatte sich den Plänen des Transport- und Logistikunternehmens H.Essers wiedersetzt, zur Erweiterung des Betriebsgeländes in Genk 12 Hektar Wald abzuholzen. Dieses Waldgebiet gehört zu durch die Europäische Union unter besonderen Schutz gestellten Habitat-Gebieten.

Der Staatsrat in Brüssel gab jetzt den Klägern gegen das Projekt Recht, in dem er urteilte, dass der entsprechende schützende Raumordnungsplan nur geändert werden könne, wenn die flämische Landesregierung dazu einen Antrag bei der EU stellt. Dies aber hatte die Landesregierung unterlassen und somit ist die Vorgehensweise zu den H.Essers-Plänen für nichtig erklärt worden.

Keine juristische Möglichkeit mehr

Daran ist jetzt juristisch nichts mehr zu ändern, denn nach dem Urteil des Staatsrates ist keine Revision mehr möglich, auch wenn die flämische Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V), die dem Esser-Projekt positiv gegenüberstand, dieses Urteil „noch überprüfen will.“

Die klagenden Umweltverbände freuen sich über das Staatsrats-Urteil. „Der Dominostein Esserswald durfte nicht fallen. Wenn dieser auf Papier gut geschützte Esserswald verschwinden würde, dann wäre kein Stück Natur in Flandern noch sicher.“, hieß es dazu. Die Verbände bleiben bei ihrem Rat an das Transportunternehmen, sich doch bitte auf Teilen des ehemaligen Ford-Werks in Genk auszubreiten. Damit könnten die Belange sowohl des Naturschutzes, als auch der Wirtschaft gewahrt bleiben.

„Wir werden uns anderswo erweitern“

H.Essers-CEO Gert Bervoets zeigte sich enttäuscht nach dem Urteil des Staatsrats: „Wir haben uns damit jetzt fünf Jahre lang beschäftigt. Nach Ansicht unserer Experten haben wir alles getan, was nötig war. Wir haben auch alle Genehmigungen gehabt, doch nun müssen wir von vorne anfangen.“

Ob H.Essers jetzt ein neues Verfahren anstrebt, sei dahingestellt. CEO Bervoets will jetzt sein Unternehmen an anderer Stelle erweitern und Genk möglicherweise in Richtung Vilvoorde (Flämisch-Brabant) ausweichen, wo der Logistiker bereits aktiv ist. Auch eine Niederlassung in Italien gehöre zu den Möglichkeiten, so Bervoets: „Wir werden uns trotzdem auch in Genk erweitern, doch weniger groß als wir gehofft hatten.“