Wer weiß etwas über dieses geheimnisvolle Kästchen aus 1918?

Das Jubelparkmuseum in Brüssel hat einen öffentlichen Aufruf gestartet, um hinter die Bedeutung und Geschichte eines versilberten Kästchens aus dem Jahr 1918 zu kommen. 16 deutsche Namen sind in das Kästchen eingraviert und es wurde von dem Brüsseler Juwelier Wolfers Frères hergestellt. Der gesamte Inhalt dieses Juwelierladens, der damals von Victor Horta entworfen wurde, wird derzeit im Jubelparkmuseum ausgestellt. Das Museum hat dieses Kästchen gerade erst durch eine Schenkung erhalten. Doch seine Bedeutung ist vorerst noch ein Mysterium.

Derzeit wird das original Geschäftsinterieur von Wolfers Frères im Jubelparkmuseum ausgestellt. Es handelt sich um einen einzigartigen Entwurf von Victor Horta. (Das Geschäft befand sich ursprünglich in der Arenbergstraat in Brüssel, wurde dort aber 1973 geschlossen und in die Waterloolaan verlegt.)

16 deutsche Namen sind auf dem Kästchen eingraviert und der Text auf dem Kästchen lautet: "ZUR ERINNERUNG AN GMEINSAME ARBEIT IN BELGIEN. BRÜSSEL, DEN 1. NOVEMBER 1918."

Das Kästchen wurde dem Museum für Kunst und Geschichte in Brüssel geschenkt. Es wurde von dem bekannten Brüsseler Juwelier Wolfers Frères angefertigt. Das geht aus der Silbermarke hervor.

Was es mit dem Kästchen auf sich hat, hat das Museum bislang jedoch noch nicht herausfinden können und deshalb jetzt einen öffentlichen Aufruf gestartet.

Das Datum des 1. Novembers 1918 liegt nahe am Ende der deutschen Besetzung. Am 11. November 1918 wurde der erste Waffenstillstand von Compiègne zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Großbritannien geschlossen. Er beendete die Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg.

Werner Adriaenssens, der Kurator des Museums, vermutet, dass das Kästchen ein Geschenk an eine Gruppe Beamte war, die zu einer Abteilung im besetzten Belgien gehörte. Es ist durchaus möglich, dass jeder, dessen Name auf dem Kästchen eingraviert ist, ein solches Souvenir erhalten hat und dass es also noch 15 weitere dieser Kästchen gibt, zum Beispiel in Deutschland oder woanders.

Nur eines ist sicher: Das Kästchen ist kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges mit nach Deutschland gereist und von dort hundert Jahre später wieder hier in Brüssel im Jubelparkmuseum angekommen.

Das Museum hat nun einen Aufruf gestartet: Erkennen Sie einen Namen, eine Handschrift oder Unterschrift auf dem Kästchen? Haben Sie das Kästchen jemals irgendwo gesehen? Kennen Sie jemanden, der so ein Kästchen besitzt oder besaß? Kennen Sie die Geschichte des Kästchens? Jeder Tipp ist willkommen und Sie dürfen ihn an folgende Mail des Museums senden: b.schouppe@kmkg.be

Das Kästchen kann seit kurzem auch in der Ausstellung Horta en Wolfers besichtigt werden.