Verbraucherminister will Sommerzeit abschaffen

In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt, das heißt um eine Stunde, von 2 Uhr auf 3 Uhr, vorgestellt. Damit bleibt es morgens länger dunkel und abends länger hell. Der Wechsel zur Sommerzeit erfolgt jedes Jahr gleichzeitig in allen EU-Staaten und in den meisten europäischen Nachbarstaaten. Und jedes Jahr - wie seit Jahren schon - wird auch in diesem Jahr wieder über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Der belgische Verbraucherminister Kris Peeters will die Sommerzeit abschaffen.
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Während die einen daran erinnern, dass man mit der Sommerzeit vor allem Energie einsparen wolle, klagen die anderen infolge der Zeitumstellung über Müdigkeit und Einschlafprobleme.

Es wird mit Statistiken aufgefahren, die beweisen sollen, dass es in den ersten Tagen nach der Umstellung morgens zwar besonders gefährlich auf den Straßen sei, dass die Umstellung aber langsfristig gut für den Verkehr sei.

Laut Zahlen des Verkehrsinstituts Vias passierten in den ersten Tagen nach der Umstellung von der Winter- auf die Sommerzeit auffallend mehr Unfälle. Der Grund, so heißt es, sei in den meisten Fällen Müdigkeit. Langfristig habe der Wechsel allerdings einen günstigen Einfluss auf den Verkehr.

"Kurzfristig hat die Umstellung negative Auswirkungen. Vor allem in der ersten Wochen nach dem Wechsel zur Sommerzeit nimmt die Zahl der Verkehrsunfälle zu. Wenn man die Umstellung zur Sommerzeit aber langfristig betrachtet, sehen wir einen günstigen Einfluss auf den Verkehr. Die Zahl der Unfälle sinkt. Für die Verkehrssicherheit ist die Umstellung also gut. Was uns betrifft, muss man sie nicht abschaffen."

Ein Vorschlag zur Abschaffung lag hingegen vor einem Monat dem Europäischen Parlament vor. Ein allgemeiner Aufruf zur Abschaffung der Sommerzeit folgte damals nicht.

Minister Peeters (kleines Foto im Text) unternimmt jetzt erneut einen Schritt in Richtung Abschaffung der Sommerzeit. Er sieht keine Vorteile mehr in dem Zeitsprung.

"Die Frage ist, ob die Umstellung noch einen Mehrwert hat. Wenn man die Energieeinsparungen betrachtet, die damit einhergehen, sieht man, dass diese nur sehr begrenzt sind bzw. gar nicht erfolgen. Betrachtet man die Situation der Menschen, die arbeiten gehen müssen, hat das eigentlich auch keine positiven Auswirkungen", so Peeters. "Schließlich fällt es vielen Menschen schwer, sich anzupassen und das ganze hat auch mehr Unfälle zur Folge."