Wütende Taxifahrer demonstrieren in Brüssel

Mehrere Taxiblockaden behindern an diesem Dienstag den Brüsseler Verkehr. Die Taxifahrer ärgern sich über den Taxi-Plan des Verkehrsministers Pascal Smet und die Uberisierung des Sektors. Es ist nicht das erste Mal, dass die Taxileute demonstrieren. Doch bislang waren ihre Aktionen eher symbolisch. Zur Zeit behindern die Taxifahrer vor allem den Verkehr im Europaviertel.

Die Mehrzahl der Taxi-Blockaden sind inzwischen wieder aufgehoben. So ist der Brüsseler Ring wieder frei für den Verkehr. Die Fahrer versammeln sich derzeit am Schumanplatz, mitten im Europaviertel. Sie demonstrieren, weil sie gegen den Taxi-Plan des Verkehrsministers sind.

Außerdem sind sie sauer auf Uber. Das ist das Unternehmen, das mit seiner App das Sozialstatut der Taxi-Chauffeure beeinträchtigen soll. Smet unternehme zu wenig, um die Fahrer zu schützen, heißt es bei den "Taximen", wie sie genannt werden.

"Uber versucht, einen ganzen Sektor zu deregulieren. Sie machen alles kaputt und dann übernehmen sie die Geschäfte", betont Taxifahrer Michel.

An diesem Dienstagmorgen hat er gemeinsam mit rund 300 Kollegen schon früh vom Heizelgelände aus mit einem Protestzug begonnen. Viele weitere Taxis schlossen sich ihm an.

"Wir sind mehr als 1.000 Fahrzeuge. Auch Taxis aus Paris und Antwerpen sind darunter. Darüber bin ich froh", so ein anderer  Taxifahrer.

Filterblockaden am Brüsseler Ring und Schleichaktionen in der Innenstadt sorgen für starke Verkehrsbehinderungen. "Die Demo hat Erfolg, ja. Doch bedarf es noch viel mehr, um etwas zu bewegen", heißt es bei den Fahrern. Ihre Aktion hat jedenfalls die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Problem gelenkt.

Sollten keine Veränderungen erfolgen, werde die Taxibranche weiterdemonstrieren.

Uber: "Neuer gesetzlicher Rahmen nötig"

Uber hat inzwischen auf die Proteste der Taxifahrer reagiert. Nach Auffassung von Uber bedarf es dringend eines neuen gesetzlichen Rahmens für den Taxisektor, von dem vor allem die Verbraucher profitieren sollten.

Der Taxiplan vom Brüsseler Verkehrsminister Smet sieht vor, dass Lizenzen nicht mehr an ein Fahrzeug gebunden sein sollen, sondern an den Chauffeur vergeben werden. Mit dieser Lizenz kann er dann entweder für ein Taxiunternehmen oder als Selbständiger beispielsweise für Uber fahren.

Auch der Transportverband weist den Taxi-Plan zurück. Hierduch würde unehrliche Konkurrenz zwischen den gewöhnlichen Taxis und den Uber-Taxis geschaffen. Ferner würden noch mehr Fahrer in die Scheinselbständigkeit getrieben. Das sei bei einigen Taxi-Unternehmen schon jetzt der Fall, heißt es beim Verband.