Bayern: Flämischer Reisebus kracht in LKW

Tödlicher Unfall heute Nacht auf der A3 in Bayern: Bei Aschaffenburg ist ein Bus mit einer Reisegruppe aus Flandern, die auf dem Weg in der österreichischen Ski-Urlaub war, auf einen Lkw aufgefahren. Dabei kam der Fahrer um und wurden 19 Personen verletzt. Problematisch für die Retter war, das keine Rettungsgasse gebildet wurde.

Bei dem Unfall sei der Fahrer des Reisebusses ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher. 19 Menschen seien verletzt worden, fünf davon schwer. Mindestens eine Person schwebe derzeit in Lebensgefahr. Mit dem Rettungshubschrauber wurden Verletzte in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Autobahn war in beiden Richtungen komplett gesperrt.

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Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht in Fahrtrichtung Würzburg zwischen den Anschlussstellen Bessenbach/Waldaschaff und Weibersbrunn.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen war ein mit Glas beladener Sattelzug in Richtung Nürnberg unterwegs. Im Bereich des sogenannten „Kauppenaufstiegs“ fuhr das Gespann offenbar relativ langsam auf der rechten Fahrspur. Laut Polizei erkannte der Fahrer des flämischen Reisebusses die Situation zu spät und fuhr auf den Lkw auf.

Unterwegs in den Skiurlaub

Durch den Aufprall wurden fünf der etwa 50 Insassen – Familien auf dem Weg in die Osterferien nach Nassfeld in Österreich - schwer verletzt und 17 leicht. Einer der Schwerverletzten ist der zweite Fahrer des Busses. Der Lkw-Fahrer kam offenbar mit dem Schrecken davon.

Fahrgäste mit leichteren Verletzungen wurden vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Die leicht- und unverletzten Fahrgäste wurden mit einem Ersatzbus zu einer nahegelegenen Autobahnraststätte gebracht. Sie wurden dort in einem eigens bereitgestellten Raum von Kräften des Rettungsdienstes und der Feuerwehr betreut.

Wie die Polizei vor Ort bestätigte, waren viele der Fahrgäste angeschnallt, was auch Pflicht ist. Dadurch wurde verhindert, dass noch mehr Menschen schwer verletzt wurden.

Autobahn zeitweise völlig gesperrt

Das Busunternehmen Linden Cars aus der flämischen Ortschaft Rotselaar bei Löwen (Leuven), dem der Bus gehört, versprach Aufklärung. "Wir sind noch dabei, Informationen zu sammeln und versuchen, erst die Familien zu benachrichtigen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern. Wir werden eine Mitteilung machen, sobald wir alle nötigen Informationen haben."

Der Reiseveranstalter entsandte zwei Busse nach Bayern, um die Fahrgäste, die ihre Reise fortsetzen möchten, nach Österreich zu bringen. Mit dem zweiten Bus können alle, die das möchten; nach Hause zurück kehren.

Die Einsatzkräfte hatten laut Feuerwehr nach dem Unfall zum Teil große Probleme bei der Anfahrt. In dem sich bildenden Stau war teilweise keine Rettungsgasse gebildet worden. Neben der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach war ein Großaufgebot der örtlichen Feuerwehren, mehrere Notärzte, Rettungsdienste und die Autobahnmeisterei im Einsatz. Ein Sachverständiger unterstützt die Polizei dabei, den Unfallhergang genau zu rekonstruieren. (Quelle: BR.de)