"Die Polizei braucht Hilfe gegen Migranten"

Die Polizei in der Provinz Westflandern muss in diesen Tagen alle verfügbaren Kräfte im Kampf gegen Menschenschmuggler einsetzen und stößt dabei an ihre Grenzen. Alleine im vergangenen Monat März wurden entlang der Autobahn E40 rund 800 sogenannte Transmigranten auf dem Weg in Richtung britische Inseln aufgegriffen.

Die Staatsanwaltschaft Westflandern fordert zum einen eine zentrale Anlaufstelle für alle diesbezüglichen Dossiers und zum anderen eine Verstärkung der Einsatzkräfte. Seit Jahresanfang wurden in den flämischen Seehäfen und an den Autobahnrast- und Parkplätzen entlang der E40 rund 1.200 illegale Einwanderer, die weder über Ausweise, noch über Aufenthaltsgenehmigungen verfügten, aufgegriffen.

Alleine im März handelte es sich dabei um etwa 800 sogenannte Transmigranten, die auf den Ladeflächen von Lastwagen auf Englandfähren gelangen wollten. Dies alles verlangt der Polizei in Westflandern derzeit alles ab. Nicht nur die Einsätze der Polizisten vor Ort sind kräftezehrend, sondern auch die Abarbeitung des Verwaltungsaufwandes, die dies mit sich bringt.

800 aufgegriffene illegale Einwanderer bedeuten die gleiche Anzahl an zu bearbeitenden Akten - Fingerabdrücke, Personenbeschreibung, Identitätsfotos, Vergleiche mit internationalen Migrantenlisten usw., sagt Westflanderns Staatsanwalt Frank Demeester dazu gegenüber VRT NWS: „Danach werden alle Feststellungen in einem Protokoll zusammengefasst und in eine Anzeige gegossen. Das alles nimmt viel Zeit in Anspruch.“ Danach beschließen die Einwanderungsbehörden in Brüssel über das weitere Schicksal der Migranten.

Den Bereich zentralisieren?

Staatsanwalt Demeester gibt dazu an, dass diese Vorgänge einen enormen Aufwand verlangen und Zeit verschlingen, die Ermittlungen gegen Menschenschmuggler verloren geht. Deshalb fordert er eine zentrale Meldestelle für alle aufgegriffenen Illegalen, in der alle Bereiche bearbeitet werden können: Verwaltung, Ermittlungen, Verhöre usw.: „Alles kann so zeitgleich behandelt werden. Das scheint mit ein guter Schritt im Kampf gegen den Menschenschmuggel.“