Belgien: Ökostrom kommt zu 50 % aus dem Ausland

Etwa die Hälfte des aus nachhaltigen Energiequellen gewonnenen Stroms, der in Belgien verbraucht wird, kommt aus dem Ausland. Nach einer Meldung der frankophonen Tageszeitung Le Soir wird demnach auch nur die Hälfte des grünen Stroms im eigenen Land produziert. Ein kleiner Teil dieses Ökostroms wird auf lokaler Ebene gewonnen.
A2012

Jedes Mal, wenn ein Energieproduzent in Belgien eine Megawatt-Stunde (MWh) Strom produziert, erhält er ein Ökostrom-Zertifikat. Diese Zertifikate können an Energieproduzenten oder -lieferanten in Europa weiterverkauft werden.

In Europa bekommen Produzenten ab der Menge von einer Megawatt-Stunde Ökostrom ein Zertifikat. Dieses können sie an europäische Energielieferanten verkaufen. Verbraucher, die solchen Strom erwerben, können sich angeblich dabei sicher sein, dass ihre Elektrizität aus nachhaltigen Quellen gewonnen wird.

Derzeit liegt in Europa ein Überangebot an Ökostrom-Zertifikaten vor. Deutlich wird dies vor allem in den skandinavischen Ländern. Belgien importiert in diesen Tagen 38 % seines aus dem Ausland bezogenen Ökostroms aus Skandinavien, schreibt Le Soir dazu.

Regional gesehen verteilt sich der aus dem Ausland importierte Ökostrom in Belgien auf 29 % in Flandern, 26 % in der Wallonie und 45 % in der Region Brüssel-Hauptstadt.