Krebs: Einfrieren von Ei- oder Samenzellen erstattet

Landsleuten, bei denen im jungen Alter Krebs diagnostiziert wird, droht bei einer Strahlen- oder Chemotherapie unter Umständen Unfruchtbarkeit. Um doch einen möglichen Kinderwunsch erfüllen zu können, werden nicht selten Sperma, Hodengewebe oder Eizellen eingefroren. Doch dies ist sehr teuer. Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) will jetzt dafür sorgen, dass dieses vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Zellen voll und ganz von den Kassen zurückerstattet werden kann.

Das Einfrieren von Ei- oder Samenzellen bei einer Krebsdiagnose, auch Oncofreezing genannt, ist teuer. Für das Einfrieren von Hoden- oder Eierstockgewebe muss man bis zu 1.300 € zahlen und für das Einfrieren von Ei- oder Spermazellen sogar 3.400 €. Solche Summen führen dazu, dass Krebspatienten auf Fortpflanzung auch oft verzichten.

Doch aus dem belgischen Gesundheitsministerium verlautete jetzt, dass sich alleine in den vergangenen neun Monaten 303 Patienten, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, für vorsorgliches Oncofreezing entschieden haben. Einige dieser Krebspatienten waren jünger als 16 Jahre

Jetzt will Bundesgesundheitsministerin De Block dafür sorgen, dass dieser Vorgang von den hiesigen Krankenkassen integral zurückerstattet wird. Nach Ansicht der Ministerin sollen sich die Krebspatienten auf ihre Genesung konzentrieren können. Durch das Einfrieren werde dafür gesorgt, dass ein Kinderwunsch erfüllt bleibe, so De Block dazu. Sie macht dafür jährlich 4 Mio. € frei.

Fast alle belgischen Zentren für reproduktive Medizin haben mittlerweile ein Abkommen mit dem belgischen Krankenkassenverband abgeschlossen, der eine Rückerstattung der bei Oncofreezing entstehenden Kosten möglich macht. Jetzt geht es nur noch darum, die Zahl der möglichen Behandlungen oder Krebserkrankungen, bei denen ein solcher Vorgang Hilfestellung bieten kann, erweitert wird.