Brüsseler Liberale gegen neue Sozialwohnungen

Die Liberalen in Brüssel wollen, dass keine zusätzlichen Sozialwohnungen mehr in der belgischen Hauptstadt gebaut werden. Els Ampe (Open VLD - kl. Foto), die derzeitige Brüsseler Stadtverordnete für öffentliche Arbeiten und Mobilität und Kandidatin der zweisprachigen Open VLD-MR-Liste für die Kommunalwahlen im Oktober ist der Ansicht, das neue Sozialwohnungen neue Armut anziehen würden.

Nach Ansicht der Liberalen in Brüssel, sowohl die flämische Open VLD, als auch die frankophone MR, die im Oktober dieses Jahres gemeinsam bei den Kommunalwahlen in der Hauptstadt antreten werden, ist die Situation hier unhaltbar geworden. Gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard sagte Els Ampe, dass man das Geld für zusätzliche Sozialwohnungen besser in jene Menschen und Stadtviertel investieren sollte, in denen schon jetzt die Armut konzentriert sei:

„Im Brüsseler Fünfeck (eine Bezeichnung für das weitere Stadtzentrum von Brüssel (A.d.R.)) ist fast jede dritte Wohnung Eigentum der öffentlichen Hand. Ein Teil davon gehören dem öffentlichen Sozialhilfezentrum oder sind Sozialwohnungen. Das ist eine ungesunde Situation. Sozialwohnungen ziehen Armut an. 1980 waren die durchschnittlichen Brüsseler noch die reichsten Belgier. Heute sind sie die Ärmsten.“

Die liberale Gemeinschaftsliste in Brüssel will in ihrem Wahlkampf einen Baustopp für neue Sozialwohnungen fordern. Das dabei freigemachte Geld soll dort investiert werden, wo in Brüssel schon jetzt Armut vorherrscht. Ein solcher Baustopp würde die belgische Hauptstadt auch wieder für den Mittelstand attraktiver machen, so das Wahlkampfprogramm der Brüsseler Liberalen. Derzeit würden lediglich „extrem Reiche oder extrem Arme“ nach Brüssel ziehen, so Els Ampe gegenüber De Standaard. Darunter würde auch der freie Wohnungsmarkt in der Stadt leiden.