Wieder wurde ein Schlachthof geschlossen

Die belgische Lebensmittelbehörde FAVV hat erneut einen Schlachthof geschlossen. Jetzt traf es den Schlachthof von Heist-op-den-Berg in der Provinz Antwerpen. Die Behörden entzogen dem Schlachthof die Betriebsgenehmigung u.a. aus hygienischen Gründen. Doch auch andere Faktoren spielten bei der Schließung des Schlachthofs eine Rolle.
Archivfoto (nicht aus Heist-op-den-Berg)

Laut VRT NWS gegenüber bestätigten Meldungen der flämischen Tageszeitungen Het Laatste Nieuwe und De Morgen lag im Schlachthof von Heist-op-den-Berg schon länger einiges im Argen. Das betrifft zunächst einmal die Hygiene, doch die Lebensmittelbehörde bemängelte hier auch einen mangelhaften Unterhalt der technischen Anlagen und das intern gehandhabte System der Qualitätskontrolle.

Nicht zuletzt beschäftigte dieser Schlachthof offenbar auch für den Schlachtbetrieb unzureichend geschultes oder ausgebildetes Personal. Die Mängel sind nicht neu und werden von Seiten der FAVV bereits seit 2015 angemahnt, ohne, dass sich etwas wesentlich geändert habe, wie die beiden oben genannten Zeitungen schreiben. Offenbar liegen mehrere Dutzend amtliche Protokolle in dieser Sache vor.

Laut einer Sprecherin der belgischen Lebensmittelbehörde hatte die FAVV in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals größere Mengen Fleisch beschlagnahmt und aus der Lebensmittelkette genommen, was der Schlachthofbetreiber von Heist-op-den-Berg aber verneint. Hier heißt es, man könne belegen, dass alle angemahnten Probleme beseitigt werden konnten. Der Entzug der Betriebsgenehmigung sei unrechtmäßig erfolgt, so der Anwalt des Schlachthofs gegenüber VRT NWS.

Die Metzgerei-Gruppe Remans, die unter anderem Verkaufsstellen in belgischen Aldi-Filialen betreibt, bezog Rindfleisch aus Heist-op-den-Berg über einen Lieferanten. Doch dieser habe dem Schlachthof aus den oben genannten Gründen den Rücken gekehrt und sei zu einem Unternehmen in Lüttich ausgewichen, schreibt De Morgen in seiner Mittwochsausgabe dazu.

Eine ganze Reihe von Fleisch-Skandalen

In jüngster Zeit ist es in Belgien zu mehreren Vorfällen rund um Schlachthöfe oder Fleisch verarbeitende Unternehmen gekommen. Der größte Skandal fand im Fleischbetrieb von Veviba in Bastogne in der Provinz Luxemburg statt. Dieses zur Verbist-Gruppe gehörende Unternehmen hatte abgelaufenes und für den Verzehr ungeeignetes Fleisch umetikettiert und zum Verarbeiten freigegeben. Zu den Großkunden dieser Unternehmen gehörten die Warenhausketten Colruyt und Delhaize, die u.a. „normales“ Fleisch als Bioware etikettiert geliefert bekamen. Beide Ketten beendeten die Zusammenarbeit mit Veviba/Verbist.