Zoll will jeden Container in Antwerpen kontrollieren

Die belgische Zollbehörde prüft gerade, ob es möglich sein kann, jeden einzelnen Container, der im Hafen von Antwerpen (Foto) ankommt, zu scannen. Zur Zeit ist das nur bei knapp 1 % der hier abgeladenen Container der Fall, wie das flämische Nachrichtenmagazin Knack dazu meldet. Der belgische Zoll bestätigte diesen Bericht am Mittwoch.

Der Antwerpener Hafen ist europaweit bereits seit geraumer Zeit als wichtiger Umschlagplatz für Kokain aus Südamerika bekannt. Letztes Jahr wurde hier eine Rekordmenge von fast 40 Tonnen Kokain sichergestellt. Nach den ersten drei Monaten des Jahres 2018 liegt der Zähler schon bei 17,5 beschlagnahmten Tonnen „Koks“.

Kristian Vanderwaeren, Leiter der belgischen Zollverwaltung, fordert schärfere Kontrollen: „Wir prüfen derzeit, ob es möglich sein kann, alle 3 bis 3,5 Millionen relevanten Container zu screenen, anstelle der rund 34.000 Container, die wir derzeit kontrollieren können“.

Eine Idee, die im Raum steht, ist die Anschaffung von Scannern und von Detektier-Geräten für die einzelnen Container-Terminals im Hafen, sodass eine direkte Überwachung möglich wird. Derzeit wird dies eingehend unter Mitsprache aller Beteiligter geprüft. Im Oktober soll deutlich werden, ob eine Kontrolle aller in Antwerpen gelöschter Container möglich und auch sinnvoll ist.

Wir wirtschaftlich sind strengere Kontrollen?

„Die Herausforderung wird sein, umfangreich kontrollieren zu können, ohne den reibungslosen Verkehr von Waren und Gütern, für den unser Hafen bekannt ist, zu stören“, so Vanderwaeren. Damit verweist der führende Zöllner auf das Spannungsfeld zwischen rascher Abfertigung und strenger Kontrolle.

Jahrelang waren die Kontrollen in Antwerpen weniger strikt, als die im Konkurrenzhafen von Rotterdam. Dadurch verlagerte sich die Aktivität der Drogenmaffia nach Belgien. Mittlerweile holt Antwerpen diesen so entstandenen Rückstand wieder ein.

Kritiker sind der Ansicht, dass die etwas geringeren Sicherheitsbestrebungen in Antwerpen auch etwas mit der Konkurrenzfähigkeit des Hafens zu tun haben könnten. Dies weist die Antwerpener Staatsanwaltschaft allerdings entschieden zurück. Dort hieß es dazu in Knack, dass „wirtschaftliche Parameter bei der Zollkontrolle keine Rolle spielen.“