Facebook-Skandal: Betroffene Nutzer in Belgien werden informiert

Die belgische Datenschutzkommission beteiligt sich an der europäischen Untersuchung nach dem Datenleck bei Facebook und wird die belgischen betroffenen Nutzer informieren, sollten aus der Untersuchung Namen und Kontaktangaben hervorgehen. Das sagt der Staatssekretär für Datenschutz, Philippe De Backer (Open VLD). Die Opfer könnten dann bei Facebook oder Cambridge Analytica vorstellig werden, um die Daten löschen zu lassen.

Die Datenanalysefirma Cambridge Analytica sammelte weltweit Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern. Es handelt sich vor allem um Amerikaner, aber es könnten auch knapp 61.000 Belgier betroffen sein, gab Facebook-Chef Mark Zuckerber am gestrigen Mittwoch bekannt.

Facebook werde die betroffenen Nutzer ab dem 9. April eigens in Kenntnis davon setzen, betonte der Technische Direktor Mike Schroepfer am Mittwochabend. Doch auch die belgische Datenschutz-Kommission beschäftigt sich mit dem Fall. "Die Datenschutz-Kommission beteiligt sich an der europäischen Untersuchung in dem Fall. Diese wird von den Briten angeführt. Sollten sich aus der Untersuchung weitere Informationen ergeben, wird die Kommission die betroffenen Belgier über mögliche Kontaktdaten informieren", sagt der Staatssekretär für Datenschutz, Philippe De Backer. Die Betroffenen könnten dann selbst bei Facebook oder Cambridge Analytica vorstellig werden, um die Daten löschen zu lassen.

De Backer nennt die Art, mit der Facebook Informationen über die Nutzer sammele "problematisch". "Es ist nicht klar, wer Einsicht in die Daten hat oder was noch alles mit den Daten geschieht. Das ist nicht transparent und die Privacy-Einstellungen könnten viel strenger sein", so De Backer.

Gerade einmal acht Belgier sollen die App, mit der Cambridge Analytica Daten sammelte, heruntergeladen haben. Über diese acht Nutzer sollen dann 60.957 Landsleute (Freunde, Freunde von Freunden etc.) getroffen worden sein.

Cambridge Analytica geriet in den letzten Wochen in Verruf, weil das Unternehmen, das Donald Trump im Wahlkampf unterstützte, unerlaubt Daten von Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet haben soll. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bereits seine Entschuldigung angeboten und versprach Besserung. Am 11. April wird der Chef des sozialen Netzwerks im US-Kongress zu dem Skandal aussagen.