Weinland Belgien? 12 % mehr Produktion in 2017

Trotz der Tatsache, dass die Wetterumstände schon seit zwei Jahren nicht optimal sind, stieg die Weinproduktion in Belgien im vergangenen Jahr um 12 % an. Das bedeutet, dass 2017 hierzulande rund 845.000 Liter Wein produziert wurden. Etwas mehr als die Hälfte dieser Menge entstand im belgischen Bundesland Flandern.
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Belgien entwickelt sich in kleinen Schritten zum Weinland. Zwar wurden in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr die gleichen Mengen Wein, wie im Rekordjahr 2015 (1.025.499 Liter), produziert, doch die Ernte geht wieder aufwärts. Daneben wächst auch die Zahl der Winzer. Bauten 2016 noch 117 Bauern Wein an, waren es im vergangenen Jahr schon 129 Winzer.

Gleichzeitig wird auch das Areal größer, auf dem in Belgien Wein angebaut wird. Innerhalb eines Jahr wuchs die Anbaufläche von 259 auf 341 Hektar Land, wie aus dem Kabinett von Bundeswirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) verlautete. Das schlechte Wetter in den vergangenen beiden Jahren mit jeweils frostigen Apriltagen, wirkt sich offenbar nicht allzu schwer auf die Trauben aus. Auch in diesem Jahr waren und sind die Monate März und April nicht gerade von besonders viel Sonnenlicht gekennzeichnet, doch auch für 2018 kündigen sich keine schlechten Zahlen an.

Hauptanteil an den positiven Zahlen zur Weinproduktion hat in Belgien der Schaumwein, der rund 41 % der Produktion umfasst. Mit weiteren 40 % folgt der Weißwein. Rotwein und Rosé haben mit 16 bzw. 3 % nur einen kleinen Anteil an der hiesigen Weinproduktion.

Zufriedener Wirtschaftsminister

55 % der Weinproduktion 2017 entfielen mit 471.650 Litern auf Flandern. In der Wallonie wurden gleichzeitig 373.428 Liter Wein produziert. „Belgien entwickelt sich immer mehr zum Weinland. 2017 wurde doppelt so viel Wein produziert, wie noch vor fünf Jahren. Das einige unserer Weine mit kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (BOB) oder geschützten geografischen Angaben (BGA) von der EU anerkannt werden, zeigt, dass sich auch die Qualität unserer Weine auf beeindruckende Weise entwickelt“, so Wirtschaftsminister Peeters dazu.

In Flandern liegt Limburg vorne

Im belgischen Bundesland Flandern stieg die Weinproduktion letztes Jahr von 407.459 Litern im Jahr 2016 auf 467.650 Liter. Dieser Anstieg war vor allem in den Anbaugebieten in den Provinzen Limburg und Flämisch-Brabant zu sehen.

In Limburg stieg die Produktion auf Jahresbasis von 146.961 Liter auf 178.412 Liter und im Flämisch-Brabant immerhin noch von knapp 100.000 Litern auf 122.517 Liter im vergangenen Jahr. In den Provinzen Antwerpen und Westflandern blieb die Produktion eher auf einem Status Quo. Im vergangenen Jahr wurden zwei Weinprodukte von der flämischen Weinkommission, die für die Qualitätskontrolle zuständig ist, als geschützte Regionalprodukte anerkannt.

Dabei handelt es sich zum einen um den Schaumwein aus der sogenannten „Druivenstreek“, ein Anbaugebiet südöstlich von Brüssel in Flämisch-Brabant. Die „Druivenstreek“ erstreckt sich über das Gebiet der vier Gemeinden Overijse, Huldenberg, Hoeilaart und Tervuren. Zum anderen betrifft dies auch den Schaumwein aus Süd-Limburg, der im limburgischen Teil des Haspengau angebaut wird. Diese Region befindet sich geografisch südlich der Linie Diest-Hasselt-Maastricht, wobei Maastricht in der niederländischen Provinz Südlimburg liegt.